@bundesregierung: Digitale Agenda umsetzen!

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Die Digitalisierung wird sich zwangsläufig auf die Gesellschaft und die Wirtschaft im Besonderen auswirken. Die handelnden Akteure aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft müssen sich den gravierenden Veränderungen stellen und den digitalen Wandel aktiv mitgestalten, anstatt ihn misstrauisch zu beäugen. Ein Debattenbeitrag von Dr. Alexander Bode.

Die Digitalisierung ist eines der wichtigsten aktuellen wirtschaftspolitischen Themen weltweit. Getreu dem Motto „Alles was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert“ erfasst die digitale Transformation schrittweise alle Lebensbereiche. Dabei haben digitale Innovationen das Potenzial, Gewohnheiten, Verfahren und Produkte zu revolutionieren. Das Gefüge aus Marktführern verändert sich: Google, Facebook, Alibaba und Amazon sind allesamt in den letzten 20 Jahren entstanden. Ihre Marktkapitalisierung übersteigt die etablierter Konzerne um ein Vielfaches.

 

Wir müssen uns den Veränderungen stellen

Wir müssen die Digitalisierung als Chance begreifen, die Rolle Deutschlands als Ausrüster der Weltwirtschaft weiter auszubauen. Die Digitalisierung ermöglicht uns dabei die notwendige Flexibilität für Innovationen und stellt bestehende „standardisierte“ Geschäftsmodelle in Frage. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland und Europa müssen sich jetzt diesen disruptiven Veränderungen aktiv stellen und den digitalen Wandel entschlossen mitgestalten. Gründungsaktivitäten als die Keimzelle für Innovation müssen durch geeignete Rahmenbedingungen gefördert werden. Diesen Impuls wollen wir als Junger Wirtschaftsrat in die Politik tragen und haben ihn in unserer Gründungsagenda zum Ziel gesetzt.

 

Wer sich nicht wandelt, droht bankrott zu gehen

Digitalisierung birgt für Verbraucher enorme Vorteile und führt in der Wirtschaft zu einer neuen industriellen Revolution. Neue Geschäftsideen können beliebig vervielfältigt und verbessert werden. Sie sind nicht mehr den langen Innovationszyklen zahlreicher Industrien unterworfen. Unternehmen müssen sich auf eine höhere Entwicklungsdynamik einstellen. Diejenigen, die sich nicht rechtzeitig wandeln, drohen lediglich zur verlängerten Werkbank zu werden oder bankrott zu gehen. Auch die Verwaltungen müssen dieser Entwicklung Rechnung tragen und insbesondere die Schaffung nötiger gesetzlicher Rahmenbedingungen deutlich beschleunigen.

Der Junge Wirtschaftsrat appelliert an die handelnden Akteure, den digitalen Wandel im Sinne der sozialen Marktwirtschaft nach Ludwig Erhard mit den Grundsätzen der Freiheit und der Verantwortung, aber auch in einem geeigneten Rahmen aus Recht, Infrastruktur und Bildung zu gestalten. Mit diesen Forderungen greifen wir die drei aus unserer Sicht wichtigsten Bereiche auf, in denen dringender Handlungsbedarf in der Politik besteht:

 

  1. Deutschland benötigt ein starkes digitales Fundament aus Infrastruktur, Bildung und Aufklärung: 
    Datennetze sind die Pulsadern der digitalen Welt. Eine Unterversorgung der ländlichen Gegenden ist fahrlässig und führt zu signifikanten Standortnachteilen für Deutschland; insbesondere für mittelständische Unternehmen. Die älteren Generationen müssen in den digitalen Wandel eingebunden werden. Für die jungen Generationen ist die Digitalisierung als Arbeitsfeld der Zukunft begreifbar zu machen.
  2. Europäische Rahmenbedingungen für Datenschutz und einen digitalen Binnenmarkt: 
    Ein effektiver Schutz von Daten und Privatsphäre kann nur auf supranationaler Ebene erreicht werden. Dabei müssen die Interessen von Kunden und Unternehmen stets sorgfältig gegeneinander abgewogen werden. Europäische Rahmenbedingungen müssen insbesondere im digitalen Bereich schneller und entschlossener geschaffen werden ohne in Aktionismus zu verfallen.
  3. Das Innovationspotenzial der digitalen Transformation nutzen, um die Zukunftsfähigkeit Deutschlands zu sichern:

Die Digitalisierung ermöglicht Effizienzverbesserungen und disruptive Innovationen gleichermaßen. Erstere gehören zur Standard-Toolbox erfolgreicher Unternehmen, während Zweitere ein „sich fortlaufend selber Hinterfragen“ voraussetzen und die weitaus größeren existenziellen Herausforderungen für Unternehmen darstellen. Der digitale Wandel, der die Entstehung großer marktbeherrschender Plattformen begünstigt, kann es erforderlich machen, internationale Kooperationen zu ausgewählten Schlüsseltechnologien zu bilden, um wirtschaftliche und staatliche Interessen zu wahren. Zentrale Voraussetzung ist, dass alle Akteure die Veränderung durch digitale Innovationen als Chance begreifen.

Dr. Alexander Bode ist Bundesvorsitzende des Jungen Wirtschaftsrats der CDU e.V. und Geschäftsführer Conabo UG in Darmstadt.

Dr. Alexander Bode

Dr. Alexander Bode ist Bundesvorsitzende des Jungen Wirtschaftsrats der CDU e.V. und Geschäftsführer Conabo UG in Darmstadt.

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