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Chancen für den deutschen Mittelstand in China nutzen

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Obwohl die Wachstumsraten in China nicht mehr zweistellig sind, ist die Volksrepublik im internationalen Vergleich in diesem Jahr zur größten Wirtschaftsmacht aufgestiegen. Die chinesische Wirtschaft verzeichnet immer noch ein Wachstum, von dem andere Märkte nur träumen können.

Schätzungen gehen davon aus, dass das BIP-Wachstum in den nächsten Jahren weiterhin um die sieben Prozent betragen wird. Bis 2015 werden keine Werte unterhalb einer Fünf-Prozent-Marke erwartet.

Die chinesische Wirtschaft befindet sich derzeit in einem umgreifenden Reformprozess: Häufig zitierte Schlagwörter: „Von der „Werkbank der Welt“ hin zu einer modernen und innovativen Volkswirtschaft, vom Schwellenland zur Industrienation, sind hier nur einige Begrifflichkeiten, die den umfassenden Strukturwandel skizieren. Für diese Modernisierung benötigt die Volksrepublik internationale Kooperationen und Investitionen. Gerade deutsche Mittelständler sind für ihre qualitativ hochwertigen und innovativen Produkte bekannt und gefragt. „Made in Germany“ genießt einen guten Ruf in China.

Ein Geheimtipp für den deutschen Mittelstand ist China sicherlich nicht mehr: Aktuell sind über 50 Prozent der in China tätigen deutschen Unternehmen Mittelständler, vor zehn Jahren waren es noch 20 Prozent. Viele mittelständische Unternehmen wagen den Einstieg in den chinesischen Markt oder planen die Ausweitung Ihres Chinageschäftes. Was aber macht den chinesischen Markt für mittelständische Unternehmen attraktiv, welche Chancen bieten sich?

Die China Prognose

Die Urbanisierung in China schreitet voran: Rund 142 Mega-Cities gibt es bereits heute, in denen insgesamt circa 730 Millionen Menschen leben, über 50 Prozent der Gesamtbevölkerung. Bis zum Jahr 2020 soll sich diese Zahl auf 830 Millionen Stadtbewohner erhöhen, bis 2030 werden voraussichtlich eine Milliarde Menschen die chinesischen Städte bevölkern. Bis dahin wird es etwa 200 Mega-Cities geben. Parallel dazu entwickelt sich eine kaufstarke Mittelschicht. Schätzungen gehen davon aus, dass bis 2020 bereits 680 Millionen Chinesen zu dieser Gruppe gehören werden, 2050 sogar mehr als eine Milliarde. Damit wäre Chinas Mittelschicht dann größer als die Europas und der Vereinigten Staaten zusammen.

Diese Trends belegen die zunehmende Attraktivität des Binnenmarktes. Allerdings hat das rasante Wirtschaftswachstum zu einer steigenden Umweltbelastung geführt, die als fundamentale Herausforderung wahrgenommen wird. Deutsche Unternehmen, die über Expertise im Bereich von Nachhaltigkeit und Energieeffizienz verfügen, sind ebenso gefragt wie solche mit Know-how in den Bereichen Infrastruktur, Maschinenbau und Medizintechnik.

In 2014 hat China weitere bürokratische Hürden für ausländische Investitionen abgebaut. Eine davon ist die Reform des Gesellschaftsrechts. Die Absenkung des Mindestkapitals und Vereinfachungen im Registrierungsverfahren könnten den Markteintritt ausländischer Unternehmen in Zukunft erleichtern. Dennoch bleibt es weiterhin notwendig, sich genauestens mit dem chinesischen Markt vertraut zu machen, Patent- und Markenschutz zu betreiben und flexibel auf Marktveränderungen zu reagieren, die sich gerade in China schnell vollziehen.

Harald Lux

Ehemaliger Vorstandsvorsitzender der OBI-Gruppe und Vorsitzender des Vorstands der Deutsch-Chinesischen Wirtschaftsvereinigung e. V.

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