Das Who is Who der deutschen Familienunternehmen

Deutschland ist wie wohl kein anderes Land der Welt ein Land der Familienunternehmen. Doch wer sind die entscheidenen Köpfe dieser Unternehmenslandschaft? DDW zeigt in seinem Who is Who die 3.000 wichtigsten Personen.

Die den Familienunternehmen innewohnende Verbindung aus Haftung und unternehmerischem Mut, langfristigem Denken und schnellen Entscheidungswegen kristallisiert sich in den Menschen, die für die diese Unternehmen stehen: in den prägenden Unternehmertypen, alterwürdigen Inhaberfamilien und den Führungsspitzen in Geschäftsleitung und Vorständen – aber auch jenen, die sich in Verbänden, Netzwerken und Forschung und Beratung für den Erfolg dieses Unternehmenstypus stark machen.

Unser Who is Who listet sie auf.

Musterbeispiel eines Familienunternehmers, der nicht nur Inhaber, sondern auch Geschäftsführer seines Unternehmens ist, und der zudem Verantwortung in der öffentlichen Diskussion übernimmt: Dirk Rossmann (Platz 26 im Ranking). In vielen anderen Unternehmen setzt man hingegen auf Fremdgeschäftsführer, und erst recht scheuen so manche Familienunternehmer – leider – das Licht der Öffentlichkeit.

Who is Who von über 1,7 Billionen Euro Umsatz

Eingang in das Who is Who finden folgende Personenkreise:

  • Die einzelnen Inhaberfamilien der umsatzstärksten Familienunternehmen Deutschlands
  • Die 1. Geschäftsführer / CEO dieser Unternehmen
  • Die Präsidiumsmitglieder und Landesvorsitzenden der wichtigsten Familienunternehmerverbände sowie bedeutende Vertreter aus Forschung, Politik, Institutionen und Beratung im Hinblick auf Familienunternehmen

Welche wirtschaftliche Bedeutung dieser Personenkreis hat, zeigen alleine diese Zahlen: Sie repräsentieren über 1,7 Billionen Euro Jahresumsatz und stellen weltweit über 7,2 Millionen Arbeitsplätze.

Verantwortung über Generationen

5. Generation am Ruder: Felix Fiege führt zusmamen mit seinem Cousin Jens die 1873 gegründete Fiege Gruppe

Gerade bei den großen Familienunternehmen sind es dabei oft mehr als eine Familie, die – nicht zuletzt durch die Erbfolgen –  im Besitz der Unternehmen ist. So geht die älteste Unternehmenstradition aus dem Ranking bis auf das Jahr 1467 zurück (Boschgotthardshütte BGH in Siegen). Doch auch, wenn oftmals bereits die 3., 4. oder 5. Generation selbst am Ruder des Unternehmens ist: in vielen Familienunternehmen hat man die Verantwortung für die operative Führung auf Fremdgeschäftsführer übertragen. Nur noch bei 61 Prozent der Unternehmen ist ein Inhaber auch selbst aktiv als CEO oder erster Geschäftsführer tätig. Konsequenterweise sind deshalb im Who is Who neben den Eigentümerfamilien auch die CEO erfasst.

Frauen sind in dieser Position indes die Ausnahme: nur in 3,3 Prozent der Unternehmen führen sie auch aktiv das Unternehmen; insgesamt finden sich nur 56 Frauen auf dem Posten des CEO oder 1. Geschäftsführers.

Yvonne Bauer: Als Verlegerin führt sie die traditionsreiche Bauer Media Group seit 2010. Das Unternehmen erzielt 2,3 Milliarden Euro Umsatz.

Geehrt, gesucht, gebeutelt

Dass Familienunternehmer anders ticken als Manager von Großkonzernen, wurde spätestens bei der letzten Wirtschafts- und Finanzkrise deutlich, als es gerade die Familienunternehmen (große und kleine) waren, die ihre Mitarbeiter trotz sinkender Umsätze hielten.

Die besondere persönliche Bindung, die die Einheit aus Eigentum und Haftung für das Unternehmen und seine Mitarbeiter erzeugt, wird zunehmend auch zum Forschungsgegenstand. Ob das Wittener Institut für Familienunternehmen (WIFU),  das Friedrichshafener Institut für Familienunternehmen (FIF) oder das Institut für Familienunternehmen der WHU (Otto Beisheim School of Management): vielfältig wird an dem „Typus Familienunternehmen“ geforscht und gelehrt.

Dass, wie in der aktuellen politischen Diskussion um Erbschaftsteuer, Vermögensteuer oder Reichensteuer, die Familienunternehmer indes auch begehrtes Ziel des Geldhungers von Staat und Politik sind, hat die Interessenvertretung der ansonsten eher lichtscheuen Familienunternehmer professioneller werden lassen. Insbesondere der Verband Die Familienunternehmer und die Stiftung Familienunternehmen lassen ihre Stimme wahrnehmbar werden.

 

Im Zeichen der Raute: Familienunternehmen bemühen sich zusehens, bei der Politik auf offene Ohren für ihre Bedürfnisse zu stoßen: wie hier der jüngst gewählte Präsident des Verbandes Die Familienunternehmer, der Unternehmer Reinhold von Eben-Worlée (links), mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und seinem Vorgänger Lutz Goebel auf der Veranstaltung „Mehr Wirtschaft wagen!“ (Foto: Anne Grossmann Fotografie)

Mehr zum Thema:

 

 

Das Who is Who  im DDW-Leserservice
Die Liste kann im Leserdienst im umfangreich nutzbaren Excel-Format vielen Zusatzangaben bestellt werden. Hier Liste ordern

Haben Sie Anregungen, Anmerkungen oder wünschen Sie Informationen? Unsere Rankingredaktion freut sich auf Ihren Kontakt: rankings@die-deutsche-wirtschaft.de

Das Who is Who der deutschen Familienunternehmen