Die 1.000 größten Familienunternehmen 2017

Dieser Beitrag ist am 10.10.2017 aktualisiert worden.
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Sie sind der Kernbestand der deutschen Wirtschaft, um den uns die Welt beneidet: Die Unternehmen in Familienhand. DIE DEUTSCHE WIRTSCHAFT ermittelt exklusiv die 1.000 umsatzstärksten Familienunternehmen Deutschlands und zeigt hier das Ranking der größten von ihnen.

Permanente redaktionelle Recherchen und direkte Abstimmungsprozesse mit den Unternehmen machen „Top 1.000“ zu einem einzigartigen Überblick über Deutschlands stärkste Familienunternehmen.

Doch das Ranking bietet nicht nur einen reichen Fundus an detaillierten Informationen zu den einzelnen Familienunternehmen. Es gewährt auch faszinierende analytische Einblicke in die Struktur, Bedeutung und geographische Verteilung dieser Unternehmensklasse. Die wichtigsten Ergebnisse sowie – unten in Listenform angezeigt – die Top-Platzierten zeigen wir hier.

Das vollständige Ranking mit den über 1.500 größten Familienunternehmen und allen detaillierten Unternehmensinformationen kann hier im Leserdienst als Excel-Liste bezogen werden: Bestellmöglichkeit des Gesamtrankings.

Was sind Familienunternehmen?

Rund 3 Millionen Unternehmen in Deutschland sind dem Typus zuzuordnen und sind im Besitz von Unternehmerfamilien. Für das DDW-Ranking gilt die Besonderheit, dass es diese auf Holding- und Gruppenstrukturen auf Inhaberebene zusammenfasst und die 1.000 umsatzstärksten auflistet (Vollversion: 1.500). Dabei muß ein mehrheitlicher Besitz von deutschen Familien zugrundeliegen (bei Aktiengesellschaften: maßgeblicher Einfluß). Auch Stiftungsunternehmen werden erfasst, da diese Unternehmensform eine wachsende Bedeutung hat.

Henkel (Platz 11 im Ranking) ist eines Beispiele für den globalen Erfolg deutscher Familieunternehmen durch ihre Konzentration auf spezifische Marktsegmente – wie hier in der Forschung industrieller Klebstoffe

Zusammen 1,74 Billionen Euro Jahresumsatz

In der Tat sind die Zahlen beeindruckend, die sich aus der jetzt vorliegenden neuesten Version des Rankings ergeben:  Alleine die 1.000 größten Familienunternehmen in Deutschland erwirtschaften danach einen Jahresumsatz von zusammen 1,74 Billionen Euro.

240 von ihnen sind Umsatzmilliardäre. Nach wie vor mit weitem Abstand steht dabei die Volkswagen AG auf Platz 1. Allen Verwerfungen zum Trotz konnten die Wolfsburger 2016 nochmals um vier Milliarden Euro Umsatz zulegen. Gefolgt wird VW von BMW. Die Münchner konnten das siebte Mal in Folge einen Rekordumsatz verbuchen und wuchsen um 2,2 Prozent. Stark aufwärts ging es auch beim Platz 3: Die Schwarz Gruppe mit Lidl und Kaufland konnte ihren Abstand zu Aldi (Platz 4) weiter vergrößern.

Besonders interessant und aufschlußreich ist indes ist der Blick auf die Hidden Champions und eher verborgenen Erfolgsunternehmen, den das Ranking eröffnet. So liegt der „Einstiegswert“ für Platz 1.000 bei über 210 Millionen Euro. In der erweiterten Vollversion des Rankings übersteigen alleine 1.367 Unternehmen 100 Millionen Euro Umsatz.

(Unternehmen unterhalb dieser Schwelle – ab rund 10 Millionen bis maximal 1 Milliarde Euro Umsatz – sind in unserem Ranking „Mittelstand 10.000“ erfasst: Ranking „Mittelstand 10.000“.)

Überproportionale Performance: 4,3 Prozent Umsatzplus in 2016

Die Pharmagruppe Fresenius in Bad Homburg (Platz 8 im Ranking) konnte ihren Umsatz 2016 um 5 Prozent steigern und hat dabei das 13. Rekord-Umsatz-Jahr in Folge vorweisen. Für das laufende Jahr erwartet das Unternehmen sogar ein Umsatzpus von 17 Prozent.

Fast alle Familienunternehmen konnten im Jahr 2016 ihren Umsatz steigern. Im Schnitt wuchs er um 4,3 Prozent und damit mehr als doppelt so stark wie das Bruttoinlandsprodukt (+ 1,9 Prozent) und mehr als fünfmal stärker als die Industrieproduktion (+ 0,75 Prozent nach Schätzung des BDI).

Industrie stellt den größten Anteil

65 Prozent der Top-1000-Familienunternehmen sind der Industrie zuzurechnen, 18 Prozent dem Handel und 17 Prozent sind Dienstleister. Nach Branchen liegen Maschinenbauer mit 59 Unternehmen knapp vor den Automobilzulieferern (58), gefolgt vom Autohandel (49), Elektrotechnik (35) und Logistik und Speditionen (31).

Die Zuordnung auf eine singuläre Branche ist indes angesichts der vielfach diversifizierten und breit aufgestellten Unternehmensbereiche der Familienunternehmen oftmals schwierig, weshalb in der aktuellen Vollversion des Rankings ausführlichere Kurzbeschreibungen neu hinzugefügt wurden.

Festzuhalten bleibt jedoch, dass Zukunftstechnologien noch schwach vertreten sind: So finden sich in den Top-1000 zwar sechs Brauereien, aber nur zwei Biotech-Unternehmen, und nur zwei Internetfirmen stehen 21 Stahlverarbeitern gegenüber.

Chef im Hause

Nicht zwingend sind die Inhaber auch aktiv im Geschäft tätig; dies ist gerade bei den sehr großen Unternehmen (und teilweise sehr großen Famiilienstämmen) festzustellen. Nach Analysen des von DDW ebenfalls publizierten „Who is Who der deutschen Familienunternehmen“ ist dennoch für über 61 Prozent der Top-1000-Unternehmen zu sagen, dass der Inhaber auch als Geschäftsführer oder Vorstandsvorsitzender aktiv ist.

Musterbeispiel eines Familienunternehmers, der nicht nur Inhaber, sondern auch Geschäftsführer seines Unternehmens ist, und der zudem Verantwortung in der öffentlichen Diskussion übernimmt: Dirk Rossmann (Platz 26 im Ranking). In vielen anderen Unternehmen setzt man hingegen auf Fremdgeschäftsführer, und erst recht scheuen so manche Familienunternehmer – leider – das Licht der Öffentlichkeit.

Frauen sind hingegen in den absoluten Top-Positionen rar gesäht: Nur in 3,3 Prozent der Top-1000-Familienunternehmen bekleiden sie das Amt des ersten Geschäftsführers oder CEO.

7,4 Millionen Jobs, und 65 Prozent bieten duale Studiengänge

Die 1.000 größten Familienunternehmen stellen zusammen weltweit rund 7,4 Millionen Arbeitsplätze.

Der Kampf um die Fachkräfte ist indes auch bei den Familienunternehmen längst entbrannt. Innovative Arbeitsmodelle, Familienförderung und Kinderbetreuung sind bei vielen Unternehmen an der Tagesordnung.

Aber auch die Ermöglichung dualer Studiengänge sind bei vielen Familienunternehmen weit verbreitet. In einer Sonderabfrage, die die Rankingredaktion in diesem Jahr im Zuge der Abfrage der Unternehmenskennzahlen bei den Top-Familienunternehmen durchführte, wurde ermittelt, dass dies in 65 Prozent der Unternehmen angeboten wird.

Um einen Überblick über die besonderen Karrierechancen in Familienunternehmen zu bieten, wurde in der neuen Version des Familienunternehmer-Rankings eine Verlinkung zu Arbeitgeberprofilen eingerichtet, bei denen sich Berufsstarter und Fachkräfte orientieren können. Die Arbeitgeberprofile sind zudem in einer Kooperation auf einem der größten Stellenportale, stellenenzeigen.de, zu finden.

Innovation mit Tradition: Mit 95 fit wie ein Turnschuh

Eines der markantesten Kennzeichen der deutschen Familienunternehmen ist ihre Verbindung aus Tradition und Innovation. Die erfolgreichen Bilanzen 2016 gehen einher mit einer oftmals jahrhundertealten Unternehmensgeschichte. Das durchschnittliche Gründungsjahr der Top-1000 liegt bei 1922 – also eine durchschnittlich 96jährige Unternehmensgeschichte.

5,5 Prozent F&E-Anteil

Die Agilität und Innovationskraft rührt dabei nicht nur aus der vielbeschworenen größeren Flexibilität und den kürzeren Entscheidungswege der Unternehmen in Familienbesitz. Sie investieren auch stark in Forschung und Entwicklung. In der Sonderabfrage dieses Jahres wurden auch hierzu Zahlen ermittelt. Dabei ergab sich eine durchschnittlicher F&E-Anteil am Gesamtumsatz von 5,5 Prozent.

44 Prozent der Unternehmen gaben an, in Forschungskooperationen aktiv zu sein, sogar 61 Prozent verfügen über Hochschulkooperationen.

Top-Familienunternehmen: In 577 Städten zuhause

Deutschland ist das Land der Familienunternehmen. Die Top-1000 finden sich in 577 Städten von Aachen bis Zirndorf. Die Stadt mit den meisten großen Familienunternehmen ist mit großem Abstand Hamburg: hier sitzen 57 Top-Familienunternehmen. Es folgen München mit 28 Unternehmen, Düsseldorf mit 22, Stuttgart mit 16 und Berlin mit 15 Unternehmen aus dem Top-Ranking.

Bundeslandvergleich: Nordrhein-Westfalen führt – aber nur bei den absoluten Zahlen

In der Verteilung der großen Familienunternehmen auf Bundesländerebene liegt das größte Bundesland NRW mit 270 Unternehmen an der Spitze, vor Baden-Württemberg mit 200 und Bayern mit 196 Unternehmen.

Deutlich anders sieht es aus, wenn man diese Zahlen in das Verhältnis zur Einwohnerzahl nimmt.  Da stehen die Stadtstaaten Hamburg und Bremen vorne.

Die 1.000 grössten Familienunternehmen als Liste bestellen
Das vollständige Gesamtranking „Top 1.000“ ist hier im DDW-Leserservice als Liste im Excel-Format erhältlich. Es enthält neben Adress-, Umsatz- und Mitarbeiterangaben auch eine Beschreibung des Tätigkeitsfeldes jedes Unternehmens sowie Informationen über Gründungsjahr, Geschäftsführer und Inhaberstruktur.

Die Top-100 der 1.000 größten Familienunternehmen



Diese Liste wird fortwährend aktualisiert. Sie sehen hier den Stand 10.10.2017.

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Zum Listendesign: Die vorliegende Liste bezieht sich auf die möglichst aktuellst verfügbaren  Umsatzzahlen, in der Regel aus dem Geschäftsjahr 2016 und 2015. Die Angaben basieren auf individuell abgestimmten Angaben der Unternehmen; wo nicht, auf redaktionellen Recherchen. Aufgenommen wurden Unternehmen, die eine beherrschende stellung einer oder mehrerer deutscher eigentümerfamilien besitzen, in der regel durch deren mindestens 51prozentigen anteilsbesitz, bei Aktiengesellschaften von über 25 Prozent. Da mittlerweile viele Unternehmen in Stiftungen geführt werden, sind auch diese aufgenommen. In der Regel sind Holding- und Gruppenstrukturen zusammengefasst. Verfügen mehrere Unternehmen über den gleichen Umsatz, ist die Rangfolge nach höherer Anzahl der Beschäftigten ermittelt worden. Trotz sorgfältiger Recherche kann die Redaktion keine Gewähr auf Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben übernehmen.

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Das vollständige Gesamtranking „Top 1.000“ ist hier im DDW-Leserservice als Liste im Excel-Format erhältlich. Es enthält neben Adress-, Umsatz- und Mitarbeiterangaben auch eine Beschreibung des Tätigkeitsfeldes jedes Unternehmens sowie Informationen über Gründungsjahr, Geschäftsführer und Inhaberstruktur.