Bosch-Manager Michael Blichmann: „Energie ist ein Kostenthema und sollte daher als Managementaufgabe angesehen werden.“

Energieeffizienz als Management-Thema

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Vor allem in produzierenden Unternehmen wird Energie zu einem der wichtigsten Wettbewerbsfaktoren im globalen Streben nach Kostenvorteilen und Marktanteilen. Energieeffizienz kann die Attraktivität nach innen und außen steigern und somit die Wettbewerbs- und Konkurrenzfähigkeit erhöhen. Daher ist es auf Dauer für Unternehmen (fast jeder Größe) unerlässlich, Energie als Management- und Geschäftsführer-Thema zu besetzen.

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Produzierende Unternehmen aus der metallverarbeitenden Industrie stehen bei dem Thema Energie tagtäglich vor großen Herausforderungen. Denn eine sichere und bezahlbare Energieversorgung ist wichtige Vorrausetzung um den eigenen Standort dauerhaft zu sichern. Die Experten des Instituts für ZukunftsEnergieSysteme gehen in der produzierenden Industrie von einem Stromkostenanteil an den Produktionskosten zwischen 8 Prozent (Stahl und Papier) und 40 Prozent (Aluminium) aus. Laut einer Studie von Roland Berger liegt in der metallerzeugenden Industrie der Anteil der Energiegesamtkosten am Bruttoproduktionswert bei 5,5 Prozent. Energie ist somit ein Wettbewerbsfaktor und der effiziente Energieeinsatz eine wichtige Stellschraube für das Kostenmanagement.

Bei der ganzheitlichen Senkung von Energieverbrauch und -kosten zur Steigerung der Konkurrenzfähigkeit geht es allerdings nicht nur um einzelne operative und technische Maßnahmen. Durch die unterschiedlichen Produktionsprozesse in der Branche gibt es auch kein Patentrezept für die Steigerung der Energieeffizienz. Michael Blichmann, Geschäftsführer der Bosch Energy and Building Solutions GmbH, plädiert daher für den ganzheitlichen Ansatz: „Um wirklich alle Potenziale heben zu können, müssen technologische und prozessuale Verbesserungen mit Zielen und Strategien des Unternehmens einhergehen und dann konsequent und nachhaltig umgesetzt werden. Erst dann ist es möglich, das Thema ‚Energieeffizienz’ dauerhaft als Wettbewerbsvorteil zu nutzen.“ Entscheidend hierbei seien die Mitarbeiter auf allen Hierarchie-Ebenen, angefangen und getrieben vom Management. „Bei unseren Projekten dreht sich alles um die Frage, was getan werden muss, um das Thema Energie dauerhaft als Wettbewerbsvorteil auszurichten“, so Blichmann weiter. Vier Kernaspekte stehen dabei im Vordergrund: a) die Umwandlung fixer in variable Energiekosten, b) die Reduktion großer Energiekostenblöcke, c) die Erhöhung der Versorgungssicherheit und d) die Steigerung des Green Images.

Um die Potenziale für das Unternehmen aufzuzeigen, wird Transparenz über die aktuelle energetische Situation geschaffen und dann mit den Zielen, energiebezogenen Rahmenbedingungen und Trends des Unternehmens abgeglichen. Aus den identifizierten Optimierungspotenzialen werden konkrete Umsetzungsvorschläge mit Wirtschaftlichkeitsberechnungen aufgezeigt und im Masterplan ‚Energie’ verankert. „Der zeitliche Fokus liegt auf kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen, die zu ökonomischen und ökologischen Vorteilen und zu einer langfristigen Versorgungs- und Planungssicherheit führen“, so Blichmann.

Energetisches Optimierungspotenzial in der Produktion

Die Chancen, die das Thema Energie dauerhaft mit sich bringt, werden vom Management oft verkannt und Potenziale nicht ausgeschöpft. Gerade mittelständischen Unternehmen der Branche fällt es (noch) schwer, Energie als zentrale Stellgröße strategischer und operativer Entscheidungen zu sehen. Die ganzheitliche Betrachtung des Themas ist noch nicht in den Köpfen der Unternehmer verankert, Manager müssen lernen strukturiert mit dieser Herausforderung umzugehen.

Zwar trägt der Gesetzgeber mit der Festlegung von Energieeffizienzstandards dazu bei, dass sich die Unternehmensführungen intensiv mit dem Thema auseinandersetzen und Maßnahmen ergreifen müssen – viele Aktivitäten belaufen sich aber vorrangig auf die Umsetzung von Einzelmaßnahmen, beispielsweise aus dem technischen Bereich. Und auch hier sind die Unternehmen eher zurückhaltend und investieren lieber in ihr Kerngeschäft. Doch Unternehmen, die das Thema Energie in ihre strategischen Planungen verankern und die notwendigen Maßnahmen ergreifen, können ihre Wettbewerbsfähigkeit weiter ausbauen und tragen zur Absicherung ihres Kerngeschäfts bei.

Gesetzliche Rahmenbedingungen
Neben der Umsetzung der europäischen Energieeffizienzrichtlinie 2012/27 in allen EU-Ländern gibt es alleine für Deutschland eine Reihe festgelegter Rahmenbedingungen für produzierende Unternehmen. Ökosteuererleichterungen sind an ein zertifiziertes DIN-Energiemanagement gekoppelt, welches für die Einhaltung bestimmter Schwellenwerte sorgt. Seit der Einführung der Ökosteuer in Deutschland 1999 können produzierende Unternehmen einen Spitzenausgleich geltend machen. Davon profitierten 2012 rund 100.000 Firmen. Für 2013 wurde und 2014 wird der Spitzenausgleich nur noch gewährt, wenn ein Energiemanagement nach DIN EN ISO 50001 oder ein EU-Ökoaudit zumindest begonnen wurden. Ab 2016 müssen Unternehmen ein Energie- oder Umweltmanagementsystem verpflichtend nachweisen.

Priorität gewinnt das Thema ‚Energieeffizienz’, wenn es als Managementaufgabe angesehen wird. „Als einer der wenigen Energiepartner integriert Bosch den gesamten Wertschöpfungsprozess im Unternehmen von der Strategie bis in den Energieverbrauch einzelner Produktionsschritte“, sagt Bosch-Manager Blichmann. Bosch selbst decke systematisch und akribisch Energieverschwendung in Infrastruktur, Produktion und in der Logistik an eigenen Standorten auf und realisiert hierdurch hohe Energieeinsparungen – immer unter Beibehaltung der Qualität. „Von diesem langjährigen Know-how profitieren unsere Kunden.“ So berge laut Blichmann unter anderem die energetische Optimierung von existierenden Produktionsanlagen enorme Kostenpotenziale. Und auch durch das zielgerichtete und bedarfsorientierte Abschalten von Maschinen ist eine Reduktion des Grundlastverbrauchs von 50 bis 75 Prozent möglich.

„Viele Kunden sind überrascht, welches energetische Optimierungspotenzial in der Produktion schlummert. Viele Maßnahmen lassen sich ohne Investitionen umsetzen oder amortisieren sich bereits innerhalb kurzer Zeit“ erläutert Michael Blichmann. Unter anderem konnte Bosch am Standort Homburg/Saar durch die Einführung eines ganzheitlichen Energie- und Ressourcenmanagements den Energieverbrauch um 16 Prozent senken und Energiekosten einsparen. Rund 75 Prozent des gesamten Energieverbrauchs wird hier in der Fertigung benötigt. Bisher konnten durch die energetische Optimierung zudem rund 20 Prozent des Klimagases CO2 vermieden werden.

Niedrigere Energiekosten steigern Unternehmenserfolg

 

Unternehmen wie etwa der Pharmakonzern Pfizer, Bauerfeind, Hersteller medizinischer Hilfsmittel und -geräte, oder ALNO-Küchenwerke haben bereits erkannt, dass enorme Potenziale durch Energieeffizienz freigesetzt werden und sie direkt mit der Wettbewerbsfähigkeit einhergeht. Diese Unternehmen haben zusammen mit Bosch Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz aufgesetzt und im Ergebnis Energiekosten gesenkt. So hat sich auch die R. STAHL AG, Anbieter von Lösungen für jeden explosionsgefährdeten Anwendungsbereich, dieses Themas erfolgreich angenommen und die Experten der Bosch Energy and Building Solutions GmbH
ins Boot geholt, wie Rainer Ehrmann, Leiter Werksdienste der R. STAHL AG, berichtet: “Durch die ergriffenen Maßnahmen im Bereich Klima- und Lüftungstechnik leisten wir einen Beitrag zur Erhaltung unserer Umwelt, aber erhalten auch einen wirtschaftlichen Vorteil in Form niedrigerer Energiekosten und können dadurch den Erfolg des Unternehmens steigern.“ So habe R. STAHL mit einer Investition von etwa 470.000 Euro eine Energieeinsparung von jährlich etwa 100.000 Euro erreicht.

Doch akuter Zeitmangel und hohe Arbeitsbelastung lassen den Unternehmen oft zu wenig Freiraum, sich mit dem kerngeschäftsfremden Thema in der benötigten Detailtiefe auseinanderzusetzen – hinzu kommt mangelndes Wissen über Maßnahmen und Einsparmöglichkeiten. Roland Berger beziffert den Einsatz aktueller Effizienztechnologie in der metallerzeugenden Industrie auf derzeit etwa 50 Prozent. „Unsere Erfahrungen in Energieeffizienzprojekten mit produzierenden Unternehmen zeigen kurze Amortisationszeigen und schnelle, aber dauerhafte Erfolge“, so Bosch Energy and Building Solutions-Geschäftsführer Michael Blichmann. „Es lohnt sich für jedes produzierende Unternehmen sich gezielt mit dem Thema ‚Energieeffizienz’ auseinanderzusetzen, Maßnahmen zu definieren und Schritt für Schritt umzusetzen. Es ist vollkommen klar, dass sich Unternehmen vorrangig auf ihr Kerngeschäft konzentrieren sollten. Daher macht es durchaus Sinn, sich beim Thema ‚Energie’ des Know-hows eines kompetenten Partners zu bedienen.“

 


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Bilder: Bosch

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