Familienunternehmer-Ranking 2017 erschienen

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Die Daten-Ernte des neuen Jahrgangs hat es in sich: Mit den jetzt zugrundeliegenden Bilanzzahlen für 2016 ist eine Menge Bewegung in die neue Ranking „Top 1000 – Die Größten Familienunternehmen“ von DDW gekommen. Die Auslese 2017 hat eine deutliche Wachstumsnote mit Aromen von Innovation und Globalisierung. Was die alten Stöcke und neuen Reben erbracht haben – hier die Zahlen.

  • Die Top-Familienunternehmen konnten 2016 ihren Umsatz um 4,3 Prozent steigern
  • Der durchschnittliche F&E-Anteil liegt bei 5,5 Prozent
  • 61 Prozent der Inhaber sind auch als Geschäftsführer oder Vorstand aktiv

Auf den Punkt gebracht: Fast alle Familienunternehmen konnten im letzten Jahr ihren Umsatz steigern. Im Schnitt wuchs er um 4,3 Prozent und damit mehr als doppelt so stark wie das Bruttoinlandsprodukt (+1,9 Prozent) und mehr als fünfmal stärker als die Industrieproduktion (+0,75 Prozent nach Schätzung des BDI).

Die Pharmagruppe Fresenius in Bad Homburg (Platz 8 im Ranking) konnte ihren Umsatz 2016 um 5 Prozent steigern und hat dabei das 13. Rekord-Umsatz-Jahr in Folge vorweisen. Für das laufende Jahr erwartet das Unternehmen sogar ein Umsatzpus von 17 Prozent.

Die Bedeutung dieser Unternehmensgruppe zeigt sich dabei nicht nur an ihrem Anteil für die deutsche Wirtschaft, für Beschäftigung und Innovation. Auch das Interesse an diesen Unternehmen bei Forschung, Öffentlichkeit, Politik und Fachkräften ist gewachsen – zumindest wenn man die Abrufraten des zugrundeliegenden DDW-Rankings „Top 1000 – Die größten Familienunternehmen“ zugrundelegt: Mit über 250.000 Medienabrufen im letzten Jahr ist es der wohl meistgenutzte Medieninhalt seiner Art in Deutschland.

Mit den neuen Zahlen des Ranking-.Jahrgangs 2017, das weitestgehend auf dem Geschäftsjahr 2016 basiert, ergeben sich auch in der Analyse spannende Eindrücke über die Altersstruktur, die Branchenzugehörigkeit oder die geographische Verteilung (Details über untenstehenden Link).

244 Umsatzmilliardäre

In der Tat sind die Zahlen beeindruckend, die sich aus der jetzt vorliegenden neuesten Version des Rankings ergeben:  Alleine die 1.000 größten der rund drei Millionen Familienunternehmen in Deutschland erwirtschaften danach einen Jahresumsatz von zusammen 1,73 Billionen Euro und stellen rund 7,2 Millionen Arbeitsplätze.

244 von ihnen sind Umsatzmilliardäre. Nach wie vor mit weitem Abstand steht dabei die Volkswagen AG auf Platz 1. Gefolgt wird VW von BMW, die das siebte Mal in Folge einen Rekordumsatz verbuchen konnten.  Stark aufwärts ging es auch beim Platz 3: Die Schwarz Gruppe mit Lidl und Kaufland konnte ihren Abstand zu Aldi (Platz 4) weiter vergrößern.

Der Reiz des DW-Familienunternehmer-Rankings liegt indes vor allem in seiner Erfassung der Unternehmen unterhalb der allgemeinen Bekanntheitsschwelle der ganz großen Top-Unternehmen. Hier gab es nicht nur Zuwächse bei den Unternehmensumsätzen selbst, sondern auch nochmals wertvolle Neuregistrierungen des DDW-Reserchteams, das rund 1.500 Unternehmen vorrecherchiert und individuell angefragt hat. Lag der „Einstiegswert“ bei Platz 1.000 letztjährig noch bei rd. 150 Millionen Euro, so reichen nunmehr nur Jahresumsätze über 200 Millionen Jahresumsatz für eine Platzierung.

Einzigartiger Überblick über die deutsche Familienunternehmenslandschaft
Erfasst im DDW-Ranking werden Unternehmen, die mehrheitlich im Besitz deutscher Unternehmerfamilien sind (bei Aktiengesellschaften: maßgeblicher Einfluß). Da die Unternehmensform als Stiftung wachsende Bedeutung erlangt, sind auch diese erfasst. Die Einzigartigkeit des dieses Rankings besteht desweiteren in der Zusammenführung der Unternehmen zu Holding- und Eigentümerstrukturen sowie in der direkten Abstimmung der Zahlen und Daten mit den Unternehmen selbst: durch diese langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit sind die Zahlen der 2017er-Version entsprechend weitestgehend von den Unternehmen verifiziert – und dies auch mit solchen Unernehmen, die ansonsten eher verschwiegen mit der Veröffentlichung von Kennzahlen umgehen.

Sonderabfrage: 65 Prozent betreiben Hochschulkooperationen

In einer Sonderauswertung wurden in diesem Jahr zudem Angaben zu Forschungsaktivitäten, Hochschulkooperationen und dem Angebot dualer Studiengänge gemacht. Letztere bieten 65 Prozent der Unternehmen an – ein klares Indiz dafür, dass die Unternehmen gezielte Maßnahmen zur Bindung junger Nachwuchskräfte einrichten und sich damit auch den Zugang zu universitären Forschungsimpulsen sichern. Dies zeigt auch das Ergebnis, dass 61 Prozent der Top-1000-Familienunternehmen Hoschschulkooperationen unterschiedlicher Art betreiben.

Das faszinierende Phänomen der deutschen Familienunternehmen, oftmals jahrhundertealte Tradition (das durchschnittliche Gründungsjahr ist 1921) mit der Offenheit für Innovation und Agilität zu einer Erfolgsgeschichte verbinden, kommt dabei nicht von ungefähr: Im Schnitt investieren sie 5,5 Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung, so die aktuelle Abfrage.

44 Prozent von ihnen – auch das ergibt die aktuelle Abfrage – betreiben zudem Forschungskooperationen und setzen damit nicht nur auf Innovation, sondern öffnen sich damit auch dem immer wichtiger werdenden kooperativen Geschäftsansatz.

Chef im Hause

Musterbeispiel eines Familienunternehmers, der nicht nur Inhaber, sondern auch Geschäftsführer seines Unternehmens ist, und der zudem Verantwortung in der öffentlichen Diskussion übernimmt: Dirk Rossmann (Platz26 im Ranking). In vielen anderen Unternehmen setzt man auf Fremdgeschäftsführer, und erst recht scheuen so manche Familienunternehmer – leider – das Licht der Öffentlichkeit.

Ebenfalls ermittelt wurde von der Rankingredaktion erstmals der Anteil jener Inhaberunternehmer, die selbst aktiv als Geschäftsführer oder Vorstand im eigenen Unternehmen tätig sind: Er liegt bei 61 Prozent. Basis ist das „Who is Who der deutschen Familienunternehmen“, das in Kürze veröffentlich wird.

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