Das Textilunternehmen STS Textiles GmbH Co. KG von Unternehmer Markus Tutsch im vogtländischen Grünbach erweitert kontinuierlich seine Produktionskapazitäten.  Der Mittelständler produziert innovative Strickstoffe.

Geniale Masche

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Was für eine Idee für Deutschland und die Welt! Systeme, die an und in Wänden, Decken, Fußböden oder Wärme speichern und sie, wenn die Umgebung kälter wird, wieder abgeben. Damit nicht genug: denn andersherum, mit Kälte, funktioniert das physikalische Prinzip genauso gut. Und weil der tolle Stoff, der all das kann, eine Strickware ist, nimmt er nicht nur extrem wenig Platz weg, isoliert und kommt der Raumakustik zugute, sondern schmiegt sich sogar um Säulen und organisch gerundete Oberflächen oder wird zu Vorhängen und Verschattungslamellen mit eingebautem Zusatznutzen samt Energieeinsparungs-Potenzial.

Moment mal, wenn dieser textile Wärmespeicher gestrickt ist, dann kann man doch auch… richtig: Farben und Muster selbst bestimmen! Goldene Zeiten für Architekten, Innenausstatter, Einrichtungsdesigner – und für alle Unternehmen, die für ihr Wärmemanagement eine geniale Masche mit Amortisationseffekt zu schätzen wissen. Wer hat´s erfunden? Die STS-Textiles GmbH & Co. KG im vogtländischen Grünbach. Sie schreibt damit nebenbei noch eine deutsch-deutsche und europäische Erfolgsgeschichte eigener Art.

Old Industry wird High-Tech

Blick in die Strickerei

Geschäftsführer Markus Tutsch ist waschechter Bayer. Der Diplom-Ingenieur war auf der Suche nach einem Produktionssitz im Vierländereck Bayern, Thüringen, Erzgebirge und Tschechien – hier ist alles nur einen Katzensprung voneinander entfernt. Das passende Raumangebot und qualifizierte Mitarbeiter – Grünbach hat eine lange Tradition im Textilbereich – gaben den Ausschlag für die Standortentscheidung. Aus einer brachliegenden Old Industry machen Tutsch und sein 30-köpfiges Team im äußersten Südwesten Sachsens modernste Spitzentechnologie. Für sie ist Innovation der Schlüssel für die Zukunft. Immer im Mittelpunkt stehen die revolutionären Maschenwaren bis 270 Zentimeter Breite für technische Anwendungen, Heimtex- und Automotive-Bereich. Kundenspezifische Produkte werden vom eigenen Entwicklungsteam realisiert – sowohl in konstruktiver als auch in gestalterischer Hinsicht. In Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern werden dabei komplexeste Aufgabenstellungen bewältigt.

Stricker Christoph Pietsch

Phasenübergang auf´s Grad genau

Doch wie funktioniert das textile Wärmemanagement? Das Zauberwort heißt „Phase Change Materials“, kurz PCM. Der englische Begriff lässt sich am besten mit „Latentwärmespeicher“ übersetzen. Das bedeutet, dass Wärme oder eben Kälte auf einem vordefinierten Niveau hochkonzentriert aufgenommen werden können. Das Geheimnis liegt in der Einarbeitung von synthetischen Paraffinfäden. Der Kunde wählt den gewünschten Temperaturwirkungsbereich, also den Phasenübergang zwischen Energie-Speicherung und -Abgabe. Das können zum Beispiel 28, 30, 35 oder 44 Grad Celsius sein. Dann wird entschieden, welche zusätzlichen Eigenschaften der Stoff haben soll – so kann das Material flammhemmend, antibakteriell oder antistatisch ausgerüstet werden. Wer jetzt schon staunt, sollte wissen, dass STS-Textiles je nach Anforderungsprofil sogar Glas und Basalt in seine Produkte einbringt.

Einfach Energie einsparen

Die meisten STS-High-Tech-Textilien sind waschbar und trocknergeeignet. Und nicht nur praktisch, problemlos und flexibel einsetzbar, sondern auch wirtschaftlich ausgesprochen effizient. „Der Latenwärmespeicher hat das Potenzial, einen Beitrag zur Energieeffizienz jedes Gebäudes zu liefern“, fasst Markus Tutsch zusammen.

030410-0403/Grünbach-V./Das junge Textilunternehmen STS Textiles GmbH & Co. KG im vogtländischen Grünbach erweitert seine Produktionskapazitäten und will in diesem Jahr seine Belegschaft auf 25 Mitarbeiter aufstocken. Die Anfang 2008 gegründete Firma produziert gegenwärtig mit 17 Beschäftigten in rollender Woche Strickstoffe für Abnehmer in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Polen und Tschechien. Bislang hat der aus Hof stammende Unternehmer in Grünbach rund 3,5 Mio. EUR investiert. Die hochmodernen Großrundstrickautomaten wurden in der Chemnitzer Terrot GmbH hergestellt. Auf den Hightech-Anlagen entstehen vor allem strapazierfähige Matratzenbezugstoffe für die Heimtextilbranche. Rund zehn Prozent der Produktion gehen an andere Firmenkunden, die damit u. a. Autositze, Kindersitze oder Schutzhelme komplettieren. Bislang verließen rund 4 Millionen Laufmeter Maschenstoffe das Unternehmen. Unlängst hat sich STS erstmals auf der Möbelmesse in Stockholm präsentiert. Große Beachtung auf dem skandinavischen Markt fand die neue Produktreihe Sign of Nature®, eine ausschließlich aus Naturfasern wie Baumwolle und Leinen hergestellte Kollektion. Gegenwärtig ist in Grünbach ein ergänzendes Bio-Sortiment auf der Basis von Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau (KBA) in Vorbereitung. Im Foto:Unternehmer Markus Tutsch
Unternehmer Markus Tutsch

„Er stellt die einzige textile Lösung dar, mit der zum Beispiel für einen Flächenvorhang oder eine Akustikdecke eine wirtschaftlich solide Amortisation erzielt werden kann“. Nicht nur die Energie-Branche weiß die doppelte Funktionalität zum Beispiel als Bestandteil von Wärmetauschern und Sonnenkollektoren zu schätzen – prinzipiell kann jedes Unternehmen die von STS-Textiles offerierten Einsparmöglichkeiten für sich nutzbar machen und neben der Umwelt auch die eigenen finanziellen Ressourcen schonen. Das Grünbacher Unternehmen hält sich für alle Herausforderungen bereit und bekennt sich klar zu seinem Standort: „Hohe Leistungsfähigkeit in Verbindung mit Kundennähe und Service, dafür steht unser Unternehmen heute“, sagt Markus Tutsch. „Wir sind der festen Überzeugung, dass wir diese Leistungen ressourcen- und umweltschonend am besten in Deutschland erbringen können.“

Einfach genial, die Erfolgsmasche aus dem Vogtland.

STS Textiles GmbH & Co. KG
Markus Tutsch
Muldenberger Str. 4
08223 Grünbach
03745 / 75 107-0
info@sts-textiles.com
www.sts-textiles.com

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