„In Dubai ist die Konkurrenz größer geworden“

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Im DDW-„Ferngespräch“: Der Westfale Marlon Exner lebt seit über 10 Jahren in Dubai und ist Managing Partner von Dufast International Trading FZ LLC. Das Unternehmen versorgt die derzeit wieder im Boom befindliche Baubranche im Nahen Osten mit Befestigungssystemen.

Herr Exner, Dubai ist größter Finanzplatz der Arabischen Welt und strotzt nach einigen Krisenjahren wieder vor Kraft. Wie ist die Stimmung im Wüstenemirat?

Die Stimmung ist sehr gut. Die Expo 2020 oder auch die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar wirken sich vor allem auf die Baubranche positiv aus. Nichtsdestotrotz ist die Konkurrenz sehr groß. Ich habe in den letzten zwei Jahren einen Wandel vor allem in den lokalen Unternehmen festgestellt. Als ich 2005 nach Dubai kam, wurde in vielen Unternehmen nicht sehr effizient gearbeitet, das Wissen hat einfach gefehlt. In den letzten Jahren haben aber auch diese Unternehmen viel gelernt. Dies erleichtert einerseits die Zusammenarbeit, schafft aber auch mehr Konkurrenz.

Dubai ist sehr international und dennoch ein streng islamisches Land. Hat das Einfluss auf Ihr tägliches Leben?

Das Geschäftsleben in Dubai wird im Vergleich zum Leben in Saudi-Arabien kaum vom Islam beeinflusst. Auch während des Fastenmonats geht das Tagesgeschäft nahezu unverändert weiter. Eine Pause kann sich niemand leisten. Natürlich gibt es Regeln, die eingehalten werden müssen und man lernt vor allem im Vertrieb verschiedene Mentalitäten zu respektieren. Viele Kunden schätzen unsere „deutsche“ Arbeitsweise, erwarten aber auch ein hohes Maß an Flexibilität, die leider manchen Deutschen hier noch etwas schwer fällt.

Ein großes Thema bei westlichen Unternehmen ist derzeit die Öffnung des Iran für den internationalen Handel. Wie bewertet man die Chancen in der Region?

Iran wird in Zukunft sicherlich einer der wichtigsten, wenn nicht der wichtigste Handelspartner für uns werden. Das wirtschaftliche Potenzial dort ist gewaltig. Im Iran fehlt es wirklich an allem. Es existiert so gut wie keine Infrastruktur – und das bei 80 Millionen Einwohnern. Bis sich die Situation normalisiert hat und der Handel mit dem Iran anläuft wird es aber noch einige Zeit dauern. Wir erwarten daher einen „Bauboom“ in vielleicht drei bis vier Jahren.

Was mögen Sie und Ihre Familie an Dubai besonders?

Es gibt sehr viele Dinge in Dubai, die wir lieben, wie zum Beispiel die Internationalität. In der Kindergartengruppe meiner Tochter sind Kinder aus 17 verschiedenen Ländern. Dies ermöglicht den Kindern schon von klein an verschiedene Kulturen, Bräuche und Religionen kennenzulernen. Dadurch, dass zuhause deutsch und im Kindergarten englisch gesprochen wird, wachsen unsere Kinder bilingual auf. In der Schule kommen dann noch weitere Sprachen hinzu. Davon werden sie als Erwachsene enorm profitieren können. Und dann spricht für Dubai natürlich das Wetter: Von Oktober bis Mai ist es traumhaft. Zudem ist Dubai mit seiner enormen Auswahl an Restaurants und den vielen verschiedenen Küchen ein wahrer Genuss. Und nicht zuletzt: Mit sechs Flugstunden ist Deutschland noch gut zu erreichen, um Familie und Freunde regelmäßig daheim zu besuchen.

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