Innovation: Wie ein Mittelständler den Aluminiummarkt revolutioniert

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Auslaufmodell „Old Economy“? Von wegen: Wie ein niederheinischer Mittelständler den Aluminium-Markt revolutionierte und damit bis heute einen wichtigen Ausgangsbaustein für innovative Produkte wie Bildschirm-, Halbleiter- oder Solaranlagen schafft.

Helmut Geller hatte 1970 eine ebenso einfache, wenngleich technologisch anspruchsvolle Idee: Aluminium-Gussplatten statt Walzplatten als anspruchsvolleres und effizienteres Ausgangsmaterial herzustellen. Was 1970 eine erste Vision war, hat sich heute weltweit längst etabliert. Bis heute schafft es das Unternehmen alimex aus Willich, Technologiestandards zu setzen.

Auch Dr. Philip Grothe, der heutige Geschäftsführer von alimex, ist ein umtriebiger Mensch. Gerade erst kam er aus Columbia im US-Staat South Carolina von der feierlichen Eröffnung einer neuen Produktionslinie, es folgte ein Zwischenstopp in Milton Keynes im Vereinigten Königreich, wo die alimex UK Precision in Aluminium Limited seit drei Jahrzehnten aktiv ist und der größte Lagerhalter von Aluminium-Halbzeugen ist. Anderntags früh morgens schon treffen wir ihn im heimischen Firmensitz in Willich am Niederrhein.

Qicklebendiges Erbe

Das „Reisefieber“ des alimex-Chefs ist kein Zufall. „Weltweit ist Aluminium auf dem Vormarsch und wir können einen guten Teil des Bedarfs an innovativen Aluminiumlösungen decken“, sagt Grothe. Nicht nur in Europa, auch in Asien und den USA sind die Aluminium-Spezialitäten vom Niederrhein begehrt. Zu den Unternehmenssitzen in Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden und den USA kommt eine Repräsentanz in Asien. Das Erbe des Firmengründers Helmut Geller ist also quicklebendig.

Glänzende Eigenschaften: Aluminium-Gussplatten bieten gegenüber herkömmlichen Walzplatten besondere Materialeigenschaften, die sie als Ausgangsmaterial für viele Anwendungen, wie im Formenbau, prädestinieren.

Auch am Heimatstandort investiert das mittelständische Unternehmen weiter und konsequent in Technologie. Zwei neue Großfräsen werden in naher Zukunft in Betrieb gehen: überdimensionale Anlagen mit beeindruckender Technologie, bei der das unerlässliche  „Vorglühen“ des Aluminiums auf die notwenige Bearbeitungstemperatur über einefahrbare, gigantische Glühkammer erfolgt, um einen nahtlosen Prozess zu gewährleisten.

Baustein für Zukunftstechnologien

Was aber macht das Gussplattenverfahren so gefragt? Philip Grothe: „Ob Elektronik-, Laser-, oder Verpackungsindustrie, ob in der Medizin- und Labortechnik: Sie alle profitieren von unseren Aluminium-Gussplatten. Von ihrer exzellenten Formstabilität, von weniger Ausschuss und schnelleren Bearbeitungszeiten.“ Aluminium-Qualität von alimex findet sich daher in unzähligen Produkten und Anlagen wie bei Bildschirm-, Halbleiter- und Solaranlagen und ist damit ein wichtiger Baustein technologischer Zukunftstechnologien.

Immer mehr herkömmliche Einsatzgebiete von Stahl können so auf effizientere Aluminiumanwendungen umgestellt werden. Im Vergleich z. B. zu Stahl kann die Bearbeitungszeit von Bauteilen um mehr als 40 Prozent gesenkt werden. Auch werden die Aufwendungen für Werkzeugmaschinen auf Grund von Gewichtsersparnissen, deutlich reduziert. Zudem ist der Verschleiß von Werkzeugen bei der Aluminium-Zerspanung drei bis viermal geringer als bei der Stahl-Zerspanung. Formen aus Aluminium haben desweiteren eine wesentlich bessere thermische Leitfähigkeit als Formen aus Stahl, was wiederum die Zyklenzeiten bei der Produktion von Kunststoffteilen erheblich reduziert und dadurch direkt zu weiteren Kostenersparnissen führt.

Co-Working-Ansatz schafft Innovationen

Kern des weltweiten Erfolgs ist die anhaltende Innovationskraft des Unternehmens. Konsequent wurden die Produkte im Bereich der Gussplatten erweitert. Um Innovationen wie diese kontinuierlich hervorzubringen, setzt man bei alimex auf einen modernen Co-Working-Ansatz: Die Spezialisten der alimex diskutieren neueste Erkenntnisse und Forschungsergebnisse z. B. mit weltweit renommierten Instituten wie der RWTH Aachen, dem Fraunhofer Institut für Chemische Technologie oder dem Forschungszentrum Jülich.

Zum Kooperationsansatz bei der Entwicklung von neuen Lösungen gehört explizit auch der enge Austausch mit den Handelspartnern, Lieferanten und Kunden. Entstanden ist  so beispielsweise eine Fortentwicklung für die Kunden aus den Bereichen Druck-, Tabak- und Verpackungsmaschinen. Hier konnte jüngst mit dem Produkt Eloxpure eine weitere Steigerung des ästhetischen Anspruchs des Eloxalbildes erreicht werden.

Agil am Markt

Agile Unternehmensführung ist für Philip Grothe der Garant, dass alimex auch künftig mit derartigen Marktlösungen schneller als der Wettbewerb ist. Flache Hierarchien im Team, der beschriebene kooperative Austausch und eine Innovationsfreude, für die kontinuierlich Investitionsmittel bereitgestellt werden, kennzeichnen die Unternehmenskultur. „Zu unseren aktuellen Schwerpunkten gehört neben der Produktentwicklung die Entwicklung des globalen Produktmanagements und die Digitalisierung“, erklärt Philip Grothe. Hier arbeitet man bei alimex daran, die Produktionsprozesse zu automatisieren, um die ausgeprägte Flexibilität bei der Umsetzung der Kundenwünsche noch weiter steigern zu können.

Für eine stetig wachsende Welt der Aluminiumanwendungen sind also auch weiterhin marktprägende Innovationen von den alimex-Experten zu erwarten. Und damit der Beweis, dass innovative Impulse nicht nur aus der digitalen Welt kommen müssen.

Mehr Infos: alimex GmbH Precision in Aluminium

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