„Mindestens einer im Team sollte gute Beziehungen zur Regierung haben“

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Im DDW-„Ferngespräch“: Herbert Laubichler-Pichler ist Pre-Opening Spezialist für Luxushotels und damit der erste Mitarbeiter eines neuen Hotels, oftmals bis zu anderthalb Jahre vor dessen Eröffnung. Diese Tätigkeit führte ihn bereits einmal um die Welt, nach einem Projekt in China ist er nun für das neue „The Reverie Saigon“ in Vietnam tätig.

Herr Laubichler-Pichler, Vietnams Wirtschaft boomt, dennoch ist es ein Entwicklungsland, geprägt vom Sozialismus. Gibt es Einschränkungen in Ihren Arbeitsmöglichkeiten, und wie gehen Sie mit ihnen um?

Ähnlich wie in China spürt man in Vietnam wenig von einer kontrollierten Planwirtschaft. In meinem Bereich gibt es kaum Einschränkungen, allerdings ist es schwieriger geworden, in Vietnam eine Arbeitserlaubnis zubekommen. Lizenzen für den Hotelbetrieb zu bekommen ist hingegen nicht allzu kompliziert, da die vietnamesische Regierung viel Energie und Geld in die Entwicklung von Hotels und Tourismusprojekten steckt. Die meisten Hotels haben zumindest eine Person im Team mit guten Beziehungen zur Regierung hat – sollte einmal ein Problem auftauchen. Gehälter für Expats werden ins Ausland überwiesen, da es, wie in China, schwierig ist, sein Erspartes außer Landes zu bringen.

Die europäische und die asiatische Kultur sind grundverschieden. Gibt es trotzdem Gemeinsamkeiten?

Sehr viele sogar. Ganz besonders zu meiner. Im Gegensatz zum Norden von Vietnam gehen die Menschen in Saigon sehr gerne aus, es gibt ein großes Angebot an Restaurants und Bars. Es hilft auch, dass ich die letzten 10 Jahre in Asien verbracht habe, und mich dadurch gut an die Kultur hier angepasst habe. Für Neueinsteiger in meiner Branche ist es etwas schwieriger. Doch mit gutem Einfühlungsvermögen und viel Geduld lassen sich die meisten Schwierigkeiten gut meistern.

Wie lebt es sich mit Familie und Kindern in Vietnam?

In einer Stadt wie Siagon lebt es sich sehr gut. Es gibt internationale Schulen, ein Opernhaus, viele Expat Clubs, tolle Geschäfte, eine große Anzahl an internationalen Wirtschaftskammern, Restaurants für jeden Geschmack – vom Italiener, zum Deutschen bis hin zum Indischen ist einfach alles zu finden. Allerdings braucht man eine gute Klimaanlage, denn zur Mittagszeit können die Temperaturen auf bis zu 40 Grad hochgehen, und das mit nur einer Jahreszeit. Es ist immer Sommer.

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