„Die 3D-Druck-Branche steht vor einem exponentiellen Sprung“

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Man darf nicht nur in den Dimensionen „schöner, höher, größer, weiter“ denken, wenn man im Bereich der additiven Fertigung, besser bekannt als 3D-Druck, erfolgreich sein möchte. Stefan Ritt, Experte auf dem Gebiet, gibt im DDW-Interview einen Einblick in die Entwicklungen, die sich bereits jetzt für die kommenden Jahre abzeichnen.

Additive Fertigung oder 3D-Druck, eine Technologie, die bereits vor 20 Jahren ihre ersten technischen Schritte machte, steht mittlerweile vor weit größeren Aufgaben, als bloß technischen Lösungen. Hand in Hand mit der Möglichkeit, Teile aus verschiedenen Metallen und Kunststoffen zu erstellen und zu drucken, geht auch der Anschluss der Verfahren an die Anforderungen unserer heutigen Industrie. Dies zeigte sich auch auf der diesjährigen Leitmesse für 3D-Druck, der formnext in Frankfurt.

Stefan Ritt, Head of Global Marketing bei der SLM Solutions Group AG, einem der wichtigsten Hersteller aus dem Bereich 3D-Metalldruck, sieht eine ganze Bandbreite von Entwicklungsschritten, die die gesamte Branche in den nächsten Jahren meistern muss. Dabei ginge es nicht nur darum, größere Teile aus mehr Materialien in kürzerer Zeit zu drucken. Zwar sei dies, wie sich auch bei vielen weiteren Anbietern zeige, ein Anliegen des Unternehmens SLM, an dem man arbeite. Es sei aber längst nicht alles.

Massentauglichkeit und Anbindung an Industrie 4.0

Sowohl in der Kernbranchen Luft- und Raumfahrt, Automobilindustrie und Medizintechnik aber auch in neuen Branchen ginge es jetzt darum, auch Massenfertigungen zu ermöglichen. Doch für eine schnellere Abwicklung und größere Auflagen müssten die Prozesse noch schlanker werden. An der entsprechenden Software arbeitet auch SLM Solutions kontinuierlich und präsentiert schon jetzt für die Kunden das anwenderfreundliche Softwaremodell „Additive Intelligence“, das vom digital erstellten Bauteil bis zur Fertigstellung den gesamten Prozess führt, überwacht und aufzeichnet. Nicht zuletzt spielt auch die Zertifizierung von gedruckten Teilen eine entscheidende Rolle. Nur mit der nachweislichen Qualität von Materialien und fertigen Teilen lässt sich auch der Anschluss zur großen Industrie meistern.

Stefan Ritt: „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht gleich den Ingenieur mitverkaufen.“

Im Moment sei die Branche sehr populär bei jungen Fachkräften, so Ritt. Nun gelte es, der hohen Nachfrage in der Industrie auch ein entsprechend großes Ausbildungsangebot entgegenzusetzen. Denn vor allem, so hätte es sich auf der diesjährigen formnext-Messe gezeigt, bestehe auf Seiten der Kunden ein hoher Beratungsbedarf, um auch die eigene Kompetenz zu schärfen, wenn man mit Teilen aus der additiven Fertigung arbeiten möchte.

 

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