Vom Mieder zur Hightech-Textilie

Keine Kommentare Lesezeit:

Manchmal lässt sich ganze Wirtschaftsgeschichte exemplarisch an Unternehmen ablesen. Denn wenn die Ideen stimmen, kann Knowhow in ganz neue Dimensionen vorstoßen. Wie das bei einem Mittelständler gelingen kann, zeigt die Julius Boos GmbH aus Wuppertal:  Dort ist man den Weg der Innovation erfolgreich gegangen – durch einen neuen kooperativen Ansatz mit den Kunden im Bereich der technischen Textilien.

Es waren die 50er Jahre des Aufbruchs, als nicht nur technisch, auch modisch so manches Neues auf den Plan trat. Selbst Damenunterwäsche wurde von alten Zwängen befreit. Was früher die Frauenwelt in enge Korsetts zwang, wurde jetzt dank elastischen Materials zum Wohlfühl-Mieder. Geliefert wurde vor allem aus der Wiege der deutschen Textilindustrie, aus Wuppertal. Und von dort wiederum vor allem von der Firma Boos.

Ungeahnte technische Einsatzgebiete

Hundert Jahre später. Textil wird, natürlich, immer noch für Wäsche verwendet. Und auch die Mieder gibt es noch. Aber Textilien haben längst ungeahnte technische Einsatzgebiete erobert. Sie finden sich in Hightech-Anwendungen mit Metall- oder Kunststoffkomponenten, sie sind leitfähig oder beschichtet, sie werden in Industrie, Medizin und der Automobilindustrie eingesetzt, als Isoliermaterial im Häuserbau, man findet sie als Verpackungen oder Geotextilien. Und sie kommen – noch immer von Boos aus Wuppertal-Wichlinghausen.

Elastische Textilien in der medizinischen Anwendung
Elastische Textilien in der medizinischen Anwendung
Entwicklung und Fertigung spezieller Kundenlösungen bei Boos
Entwicklung und Fertigung spezieller Kundenlösungen bei Boos

„Textilien sind heute Hightech-Materialien mit vielfältigsten Anwendungsgebieten“, sagt Herbert Laschke. Der Geschäftsführer steht einem Haus vor, das auf seine Geschichte stolz ist und doch den Blick klar nach vorne gerichtet hat. Längst ist aus der kleinen Bandweberei ein internationales Unternehmen mit Standorten in Wuppertal und Goch geworden. Elastische Textilien für Wäsche, Mode und vor allem den medizinischen Bereich gibt es immer noch bei Julius Boos. Aber die Kernkompetenzen wurden konsequent in den Bereich der technischen Textilien weiterentwickelt.

Expertenstatus zählt

Das Unternehmen setzt dabei auf Innovationen, die sich aus Kooperationen mit Universitäten, Forschungsstellen und Prüfinstituten ergeben, aber vor allem auf die Kooperation mit Kunden: „Mehr als die Hälfte unserer Produktentwicklungen ergeben sich aus den Kundenkontakten selbst“, sagt Herbert Laschke. Er ergänzt: „Wir haben uns in dieser engen Zusammenarbeit mit den Kunden mit unserem Kompetenzteam einen partnerschaftlichen Expertenstatus erarbeiten können. Auf diese Weise schaffen wir für unsere Kunden schnelle und innovative Lösungen in den Bereichen der Entwicklung, Produktion oder Veredelung.“

Technische Textilien werden in vielen Wirtschaftsbereichen angwendet
Technische Textilien werden in vielen Wirtschaftsbereichen angewendet

Ein Beispiel dafür ist die Entwicklung eines Schlauchsystems für die Dialyse. Für medizinische Textilanwendungen dieser Art ist man bei Julis Boos sogar mit einer Reinraumproduktion ausgestattet.

 

Dass man sich bei Julius Boos dabei nach wie vor als Mittelständler versteht, ist kein Makel, sondern ein echter Wettbewerbsvorteil: „Es kommt in unserem Geschäft vor allem auf Verlässlichkeit, Langfristigkeit der Lieferantenbeziehung, Flexibilität – und hohe Geschwindigkeit an“, sagt Herbert Laschke. Und das könne Mittelstand und Made in Germany immer noch am besten.

Julius Boos jr. GmbH & Co. KG
Herbert Laschke
Telefon 0202 – 2683-0
h.laschke@boos-textil.de

 

Kommentar verfassen