
„Unternehmer retten die Welt“ – eine Streitschrift für Unternehmertum
Unternehmer werden zu oft als Sündenböcke gesehen – in Wahrheit funktioniert nichts ohne sie, so Julien Backhaus in seiner Streitschrift.
von Dr. Dr. Rainer Zitelmann
„Man kann Unternehmer nicht dauerhaft schlecht behandeln und trotzdem erwarten, dass sie mehr Wachstum hervorbringen. Das hat gar nicht unbedingt etwas mit fehlender Wertschätzung zu tun – Unternehmer sind sehr leidensfähig. Aber ein Auto, dem eine Parkkralle angelegt wird, kann nun mal kein Rennen mehr fahren“, so Julien Backhaus, Autor des Buches „Wir brauchen Macher. Unternehmer retten die Welt“.
Die Bereitschaft ein eigenes Unternehmen zu gründen, sinke in Deutschland. Und die verbliebenen Unternehmer fragten sich zu Recht, wann es Zeit sei, die Reißlinie zu ziehen und in wirtschaftsfreundlichere Staaten umzuziehen.
Deutschland braucht wieder ein positives Unternehmerbild
Backhaus lässt in seinem Buch Unternehmer und Unternehmerinnen zu Wort kommen wie etwa Sarna Rösner, die meint: „Deutschland braucht ein eigenes und vor allem positives Unternehmerbild.“ Der größte Irrtum in Deutschland, hier sind sich Backhaus und die anderen Autoren des Buches einig, ist der falsche Glaube, der Staat wisse es besser als die Unternehmer. Wir sehen das jetzt wieder bei Schuldenprogrammen in Höhe von vielen Milliarden Euro.
Der FDP-Politiker Frank Schäffler bringt es in seinem Beitrag auf den Punkt: „Immer dann, wenn Regierungen, Wirtschaftsminister oder Politiker glauben zu wissen, wo künftig Märkte entstehen oder Wachstum zu erwarten ist, muss Vorsicht das oberste Prinzip sein. Das Problem ist ein Wissensproblem. Denn keine Regierung, kein Wirtschaftsminister und auch kein Politiker weiß, welche Investitionen künftig rentierlich sein werden.“
Es ist eigentlich verwunderlich, dass trotz des Versagens der Politik in so ziemlich allen Lebensbereichen immer noch die Mehrheit der Deutschen glaubt, Politiker seien mit Blick auf die Wirtschaft klüger als Millionen von Unternehmern und Konsumenten mit ihren täglichen Entscheidungen. Für Backhaus ist die „Grüne Transformation“ vom Abschalten der Kernkraftwerke bis zum Verbrenner-Verbot ein Beispiel dafür, dass wir uns immer mehr in Richtung Sozialismus bewegen.
Das Buch ist aber nicht nur eine scharfe Kritik an Fehlentwicklungen, sondern soll Menschen Mut machen, trotz aller Schwierigkeiten den Weg des Unternehmertums zu gehen. Er räumt dabei mit zahlreichen Mythen auf wie etwa dem, man brauche eine Menge Mut und Geld, um ein Unternehmen zu gründen. Im Internet-Zeitalter muss man nicht unbedingt Fabriken aus dem Boden stampfen und teure Maschinen kaufen, oft reicht ein Laptop. Der US-Amerikaner Jimmy Donaldson begann mit 13 Jahren einen YouTube-Kanal für Unterhaltung. Sein Künstlername MrBeast etablierte sich schnell und seine Videos wurden immer beliebter. Heute betreibt er mit 320 Millionen Abonnenten den erfolgreichsten Kanal auf YouTube und verdient jährlich etwa 80 Millionen Dollar.
Kreativität ist wichtiger als Geld und Mut
Um so erfolgreich zu werden, brauchte er weder viel Geld noch viel Mut, aber dafür umso mehr Ideen und Kreativität. Kreativität ist vielleicht die wichtigste Eigenschaft von Unternehmern. Darin ähneln sie erfolgreichen Künstlern. Und der Richter darüber, ob eine Idee richtig oder falsch ist, ist alleine der Kunde. Insofern bedeutet Kapitalismus Demokratie in der Wirtschaft: Täglich entscheiden Millionen Konsumenten wer in die Forbes-Liste der Reichsten kommt und wer pleite geht.
Das Buch von Backhaus ist die Gegenthese zu Politikern wie Jan van Aken von der Linken, der junge Menschen mit der Forderung begeistert, man solle Milliardäre abschaffen bzw. in Deutschland dürfe es keine Milliardäre mehr geben. Backhaus setzt dagegen, dass die Welt mehr Milliardäre braucht, nicht weniger. Nur etwa 2 Prozent der Erträge von Innovatoren komme ihnen selbst zugute, fast der gesamte Nutzen gehe an den Verbraucher, so zitiert der Autor den Wirtschaftsnobelpreisträger William D. Nordhaus.
Trotzdem haben Reiche ein schlechtes Image, besonders auch in Deutschland. Ich möchte hier eine Umfrage anführen, die die These von Backhaus stützt: Eine vergleichende Untersuchung in 13 Ländern zeigte, dass nur in Frankreich der Sozialneid auf Reiche noch größer ist als in Deutschland. In Polen dagegen ist er besonders niedrig. Vielleicht ist auch das einer der Gründe, warum in Polen die Wirtschaft dynamisch wächst, während sie bei uns klimafreundlich schrumpft.
Backhaus ruft in Erinnerung, dass eine Gesellschaft nicht allein mit NGO-Aktivisten, Berufspolitikern, Gleichstellungsbeauftragten, Genderforschern, Diversity-Managern und Klimaklebern funktionieren kann, sondern dass das Herz unseres Landes Unternehmer sind. Erkrankt dieses Herz oder hört es gar auf zu Schlagen, dann wird auch ein ehemals reiches Land verarmen. Es gibt viele Beispiele ehemals reicher Länder in der Geschichte, so etwa Venezuela und Argentinien, wo genau das geschehen ist.
- So werden Milliarden für Entwicklungshilfe verschwendet
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Dr. Dr. Rainer Zitelmann ist Historiker und Soziologe – und war auch als Unternehmer und Investor erfolgreich. Er hat 30 Bücher geschrieben und herausgegeben, die in 35 Sprachen übersetzt wurden. Sein aktuelles Buch ist eine Dystopie gegen den Egalitarismus: “2075. Wenn Schönheit zum Verbrechen wird“. Er ist nominiert für einen der prestigeträchtigsten Buchpreise der USA, den Hayek Prize 2025 des Manhattan Instituts.
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