Argentinien Aufsteiger im Index der wirtschaftlichen Freiheit 2026, Deutschland fällt

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Jedes Jahr veröffentlicht die Heritage Foundation den Index of Economic Freedom. Insgesamt werden 176 Länder anhand von zwölf Kriterien bewertet. Man kann den Index auch als „Kapitalismus-Ranking“ bezeichnen.

von Dr. Dr. Rainer Zitelmann

Die wirtschaftlich freiesten Länder im Index 2026 sind Singapur, die Schweiz, Irland, Australien und Taiwan. Die wirtschaftlich unfreisten Länder sind Venezuela, Kuba und Nordkorea.

Wichtiger als der Rang eines Landes im Vergleich zu anderen Ländern ist aber die Veränderung im Vergleich zum Vorjahr. Argentiniens Wert für wirtschaftliche Freiheit beträgt 57,4 Punkte, womit seine Wirtschaft im Index of Economic Freedom 2026 auf Platz 106 liegt. Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Wert um 3,2 Punkte verbessert. Argentinien ist damit das Land mit der größten Verbesserung im Index 2026. Argentinien belegt Rang 23 von 32 Ländern in der Region Amerika, und der Wert für wirtschaftliche Freiheit hat sich in den vergangenen drei Jahren unter Javier Milei im Vergleich zu den globalen und regionalen Durchschnittswerten deutlich verbessert.

Auch die USA haben sich verbessert

In dem Bericht heißt es: „Der klare Sieg bei den Zwischenwahlen im Oktober 2025 verschaffte dem reformorientierten Präsidenten Javier Milei konkrete Unterstützung und zusätzlichen Schwung für die weitere Transformation der argentinischen Wirtschaft. Obwohl die Wirtschaft weiterhin mit anhaltenden Herausforderungen konfrontiert ist, hat Mileis Reformagenda bemerkenswerte und messbare Fortschritte hervorgebracht. Die Verwaltung der öffentlichen Finanzen wurde verbessert und disziplinierter gestaltet, da verschiedene fiskalische und regulatorische Reformen die Größe und den Einfluss des Staates reduziert haben. Die Inflation ist gesunken, und die monetäre Stabilität wurde gestärkt.“

“Der Lebensstandard, gemessen am Pro-Kopf-Einkommen, ist in wirtschaftlich freieren Ländern deutlich höher”

Auch die USA haben sich verbessert und liegen im aktuellen Index auf Platz 26 (Vorjahr Platz 22). In mehreren Bereichen konnten die USA Fortschritte erzielen, verloren jedoch wegen Trumps Zollpolitik zugleich deutlich im Bereich „Handelsfreiheit“, wo sie nur 67,7 Punkte erreichen (Vorjahr: 75,6).

Deutschland fällt auf Rang 24 und Russland nur noch auf Rang 145

Deutschland verlor dagegen zwei Ränge und liegt jetzt auf Platz 24 (Vorjahr 22). Russland verschlechterte seine ohnehin schlechte Position weiter: Im aktuellen Index kommt es nur noch auf Platz 145 (Vorjahr Platz 135). Polen dagegen verbesserte sich deutlich und erreicht Platz 40 (Vorjahr 45).

Der Lebensstandard, gemessen am Pro-Kopf-Einkommen, ist in wirtschaftlich freieren Ländern deutlich höher. Länder, die im Index 2026 als „frei“, „überwiegend frei“ oder „mäßig frei“ eingestuft werden, erzielen Pro-Kopf-Einkommen, die mehr als doppelt so hoch sind wie der Durchschnitt in anderen Ländern und mehr als dreimal so hoch wie die Einkommen von Menschen, die in wirtschaftlich „unterdrückten“ Ländern leben.

Auch 104 Entwicklungsländer wurden genauer analysiert: Der Index zeigt einen klaren Zusammenhang zwischen Armut und wirtschaftlicher Freiheit. In jenen Entwicklungsländern, die als „mäßig frei“ eingestuft werden, leben nur 3,6 Prozent der Menschen in Armut; in jenen, die als „überwiegend unfrei“ oder „unterdrückt“ gelten, leben 15,5 Prozent in Armut. Armut ist ein Resultat wirtschaftlicher Unfreiheit.

Freiheitsindex 2026


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Dr. Dr. Rainer Zitelmann ist Historiker und Soziologe – und war auch als Unternehmer und Investor erfolgreich. Er hat 31 Bücher geschrieben und herausgegeben, die in über 30 Sprachen übersetzt wurden (zuletzt “Weltreise eines Kapitalisten“, “Warum Entwicklungshilfe nichts bringt und wie Länder Armut wirklich besiegen“, “Die 10 Irrtümer der Antikapitalisten“). In den vergangenen Jahren schrieb er Artikel oder gab Interviews in führenden Medien wie Wall Street Journal, Times, Le Monde oder Corriere della Sera. Seit kurzem kann auch eine Master-Class “Finanzielle Freiheit – Schluss mit der Durchschnittsexistenz” belegt werden.

Bild oben: Buenos Aires, Bild von Matias Cruz auf Pixabay

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