Nur wer sät, kann ernten: Deutschland braucht stärkere Unterstützung für Frühphaseninvestitionen
Der Dachverband Business Angels Deutschland (BAND) e. V. hat sein neues Positionspapier veröffentlicht. Es analysiert die aktuelle Lage von Startups und Business Angels in Deutschland und formuliert konkrete Vorschläge, wie private Frühphaseninvestitionen gestärkt und bürokratische Hürden abgebaut werden können.
Deutschland verfügt über exzellente Forschung, Bildung und Infrastruktur – zugleich hinkt das Land bei der Finanzierung der Gründungs- und Wachstumsphase international hinterher. Während Venture Capital in Deutschland weniger als 0,2 Prozent des BIP ausmacht, liegen z.B. das Vereinigte Königreich und die USA bei 0,63 Prozent bzw. 0,9 Prozent . BAND warnt: „Ohne eine Stärkung der Frühphase droht Deutschland eine Innovationslücke. Startups sind der Motor künftiger Wertschöpfung und technologischer Souveränität. Wer in der Frühphase investiert, sät die Zukunft“, so der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Nikolaus D. Bayer.
Business Angels als Rückgrat der Frühphasenfinanzierung
74Prozent der Investments in der ersten Finanzierungsrunde in deutsche Startups stammen von Business Angels. Als “Enabler” investieren sie zudem nicht nur Kapital, sondern bringen Erfahrung, Netzwerke und strategisches Know-how ein.
Aktuelle Daten zeigen allerdings einen besorgniserregenden Trend: Die durchschnittliche Ticketgröße deutscher Angels sank zwischen 2018 und 2025 um rund 65 Prozent , die Gesamtinvestitionen gingen um etwa 30 Prozent zurück. Parallel stieg die Zahl der Startup-Insolvenzen und -Liquidationen deutlich.
BAND sieht daher die Gefahr, dass das aktuell positive Momentum bei den Startup-Gründungen (25 Prozent mehr Gründungen in 2025 gegenüber 2024) aufgrund der Zurückhaltung der Kapitalgeber weitgehend verpufft.
Was jetzt passieren müsste
Das Positionspapier „Nur wer sät, kann ernten – Empfehlungen zur Stärkung von Frühphaseninvestitionen und des Angel Investings in Deutschland“ enthält eine Reihe praxisnaher Empfehlungen, um Frühphaseninvestitionen wieder attraktiver zu gestalten:
- Bundesweiter Co-Investment-Fonds für Angel-Investoren: Hebelung privaten Kapitals, Risikoteilung und Beschleunigung von Seed- und Pre-Seed-Runden
- Reset INVEST: Das INVEST-Förderprogramm für Wagniskapital soll wieder auf die ursprünglichen Konditionen zurückgeführt und planbar gemacht werden.
- Steuerliche Anreize für Re-Investitionen: Wiederanlagen von Gewinnen aus Startup-Beteiligungen sollen steuerlich gefördert werden, um das Kapital im Ökosystem zu halten.
- Secondary-Fonds für Frühphasenbeteiligungen: Frühzeitige Liquidität für Angels, um die Wiederanlage von Kapital zu beschleunigen.
- Bürokratieabbau: Abschaffung von Beurkundungserfordernissen, Beschleunigung von Handelsregistereintragungen und Einrichtung eines digitalen One-Stop-Shops für Unternehmensgründungen.
„Business Angels sind die tragende Säule des deutschen Startup-Ökosystems. Wenn wir die Frühphase stärken, sichern wir die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands langfristig“, betont Katja Ruhnke, Vorstandsvorsitzende von BAND.
Das gesamtes Positionspapier steht hier zum Donwload bereit
- 4 von 10 Startups beteiligen Mitarbeiter am Unternehmen
- de:hub: Neue Kooperationen, Innovationsprojekte und Wachstumsoptionen
- „Goldene Nase 2025“ : Tobias Wittich ist Business Angel des Jahres 2025























Schreibe einen Kommentar