Warum wir Hoffnungsträger brauchen

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In Zeiten globaler Krisen, sozialer Spaltungen und wirtschaftlicher Unsicherheiten scheint das Prinzip Hoffnung zu einem knappen Gut geworden zu sein. Dabei haben insbesondere Führungskräfte eine zentrale Rolle.

Von Ben Schulz

Deutschland, einst ein Land der Stabilität und des Fortschritts, wirkt zunehmend gelähmt. Die Bevölkerung ist müde, skeptisch und von der Überzeugung geprägt, dass es künftigen Generationen schlechter gehen wird. Doch ist diese Resignation wirklich gerechtfertigt? Oder haben wir nur vergessen, dass Hoffnung mehr ist als ein Gefühl – nämlich eine Haltung, die Veränderung ermöglicht?

Hoffnung: Kein naives Wunschdenken, sondern eine treibende Kraft

Oft wird Hoffnung mit blindem Optimismus verwechselt. Doch Hoffnung bedeutet nicht, darauf zu vertrauen, dass alles von selbst gut wird. Vielmehr ist sie der Glaube daran, dass Veränderung möglich ist – kombiniert mit der Bereitschaft, aktiv für sie einzutreten. Václav Havel formulierte es treffend: „Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass alles gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.“

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In einer Zeit, in der viele von der schieren Komplexität der Welt überfordert sind, brauchen wir Menschen, die Perspektiven schaffen, anstatt in der Lethargie zu verharren.

Wo sind die Hoffnungsträger?

Hoffnungsträger sind keine Blender, die sich hinter leeren Versprechungen verstecken. Sie sind echte Gestalter, die Lösungen entwickeln, Brücken bauen und neue Perspektiven eröffnen. Doch wo finden wir sie? In der Politik? In der Wirtschaft? In der Gesellschaft?

Viele potenzielle Hoffnungsträger scheitern an der Angst vor Fehlern oder der schieren Masse an Herausforderungen. Doch die Geschichte zeigt immer wieder: Gerade in Krisenzeiten sind es mutige Einzelne, die den Unterschied machen.

Führung als Quelle der Hoffnung

Besonders Führungskräfte haben eine zentrale Rolle. Sie müssen nicht nur Hoffnung verkörpern, sondern auch in anderen entfachen. Anstatt sich von globalen Problemen lähmen zu lassen, sollten sie sich auf das konzentrieren, was sie tatsächlich beeinflussen können – ihren Circle of Influence. Dieser Ansatz von Stephen Covey besagt, dass wir unsere Energie auf das lenken sollten, was wir direkt verändern können, anstatt uns von externen Faktoren entmutigen zu lassen.

Hoffnungsträger in Führungspositionen schaffen Räume, in denen Mitarbeiter wachsen, Ideen entstehen und Zukunftsperspektiven entwickelt werden. Es sind nicht unbedingt diejenigen mit den größten Machtpositionen, sondern diejenigen, die inspirieren und andere mitziehen.

“Wer sich bewusst dafür entscheidet, Hoffnung zu praktizieren – durch Worte, Taten und Haltung – kann eine der stärksten Kräfte in einer unsicheren Zeit entfesseln”

Die Macht der kleinen Schritte

Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass Hoffnung immer groß und bahnbrechend sein muss. Dabei beginnt sie oft im Kleinen: in ehrlichen Gesprächen, in konstruktivem Feedback, in kreativen Lösungsansätzen für scheinbar unlösbare Probleme Hoffnung entsteht dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen – und sei es nur in ihrem unmittelbaren Einflussbereich.

Das Prinzip Hoffnung lebt – wenn wir es wollen

Die Frage bleibt: Ist das Prinzip Hoffnung noch lebendig? Die Antwort lautet: Ja – aber es braucht Pflege. Hoffnung ist wie ein Muskel, der trainiert werden muss. Wer sich bewusst dafür entscheidet, Hoffnung zu praktizieren – durch Worte, Taten und Haltung – kann eine der stärksten Kräfte in einer unsicheren Zeit entfesseln.

Wir dürfen nicht darauf warten, dass Hoffnungsträger „da draußen“ die Arbeit übernehmen. Jeder kann ein Hoffnungsträger sein – im Kleinen wie im Großen. Denn am Ende gilt das berühmte Zitat von Erich Kästner: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“

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Ben Schulz ist Sparringspartner für Geschäftsführer und Führungsteams in klein- und mittelständischen Unternehmen, wenn es um deren Strategie und Transformationsprozessen geht. Der Vorstand des Beratungshauses Ben Schulz & Partner AG legt den Schwerpunkt seiner Tätigkeit, gemeinsam mit seinem Team, auf die Schwerpunkte Unternehmensleitbildentwicklung, Kulturwandel, Führungskräfteentwicklung und strategischen Unternehmersparrings, bei denen es um die Steigerung von Perfomance geht. Mehr Infos

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