KI in Kommunen: Neun Beispiele zeigen, was geht

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Wie kann künstliche Intelligenz Kommunen dabei unterstützen, die vielfältigen Herausforderungen des urbanen Raums zu meistern? Ist sie in der Lage, eine Zukunft zu gestalten, in der Städte intelligenter, widerstandsfähiger und nachhaltiger agieren? Die deutsche KI-Initiative für Kommunen, URBAN.KI, setzt sich genau dafür ein und entwickelt praxisnahe KI-Lösungen, um diese Visionen Realität werden zu lassen.

URBAN.KI beschäftigt sich intensiv mit der Erforschung und Entwicklung von Anwendungen künstlicher Intelligenz speziell für kommunale Einsatzfelder. Das Ziel besteht darin, innovative KI-Technologien zu schaffen, die Städte und Landkreise smarter und nachhaltiger machen. Dabei reicht das Spektrum von Maßnahmen im Bevölkerungsschutz über die Verkehrssteuerung bis hin zur modernen Verwaltung. Verlässliche Lösungen sollen das städtische Leben verbessern sowie die lokale Gemeinschaft und Wirtschaft stärken.

Die Initiative ist Teil des Projekts „vernetzte Stadt Gelsenkirchen“; Forschung und Entwicklung erfolgen in Zusammenarbeit mit der Westfälischen Hochschule sowie den Partnern Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), Fraunhofer FOKUS, Fraunhofer IAIS und PROSOZ Herten GmbH. Gefördert wird das Vorhaben vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB).

Aus einer Vielzahl von über 130 Interessensbekundungen von Kreisen und Kommunen wurden im Sommer 2024 in mehreren Workshops konkrete Anwendungsfälle herausgearbeitet. Ein Beirat mit Vertreterinnen und Vertretern unter anderem des Deutschen Städtetages, des IT-Planungsrates sowie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e. V. wählte anschließend nach strengen Kriterien die Use Cases aus, die nun umgesetzt werden.

Für diese Leistungen wurde URBAN.KI als Innovator des Jahres 2026 ausgezeichnet. In einer Pressekonferenz im Haus der Bundespressekonferenz erläuterten Verantwortliche das Projekt.

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Vielfältige Anwendungsfälle in unterschiedlichen Innovationsfeldern

Die insgesamt neun ausgewählten Anwendungsfälle sind allesamt Projekte mit großer Signalwirkung und decken verschiedene Innovationsbereiche ab. Die erzielten Ergebnisse werden in den kommenden Wochen allen rund 11.000 Städten und Gemeinden über OpenCode zugänglich gemacht.

Im Innovationsbereich „KI für Stadtplanung & (geo-)datenbasierte Infrastrukturen“ wurde der Kreis Recklinghausen (Projekt Sursentia) mit einer automatischen Erkennung von versiegelten Flächen, Gründächern und Solaranlagen ausgewählt. Der Kreis Unna arbeitet mit dem Projekt aviary an einer universellen KI-Engine zur Auswertung von Luftbildern. Ziel ist es jeweils, bisherige teure und oft isolierte Anwendungen durch schnellere sowie effizientere Lösungen zu ersetzen.

Der Landkreis Osnabrück setzt mit dem Projekt AIMOS im Bereich „KI für Mobilitätsplanung & -steuerung“ auf eine KI-basierte Potenzialprognose für On-Demand-Verkehre im ländlichen Raum. Der bestehende ergänzende ÖPNV soll mithilfe dieser KI-gestützten Prognosen hinsichtlich Wirtschaftlichkeit und Ausbaupotenzial bewertet werden, um eine nachhaltige Mobilitätsplanung zu fördern.

Im Innovationsfeld „KI für Umweltplanung, Klimaschutz & Klimafolgenanpassung“ entwickelt die Stadt Herten mit dem Use Case SoVIA ein KI-System zur Überprüfung der Solarpflicht bei Dachbauten. Ebenso engagiert sich der Kreis Wittmund mit dem Projekt SmartEnergie – einer KI-gestützten Energieberatung. Ziel ist es, die Bearbeitung der steigenden Anzahl an Bürgeranfragen zu Themen wie Solarmodule, Wärmepumpen und Förderprogrammen deutlich zu beschleunigen.

Die Stadt Solingen möchte mit der modularen KI-Sicherheitsplattform UrbanShieldAI Handlungsempfehlungen zur IT-Sicherheit deutscher Kommunen erarbeiten, um der zunehmenden Zahl von Cyberangriffen effektiv entgegenzuwirken.

Im Bereich „KI für den Bevölkerungsschutz & die zivile Sicherheit“ wird zudem das Projekt AirGuardAI der Stadt Schwerte vorangetrieben, das sich auf die Überwachung der Ausbreitung von Schadstoffen bei Bränden oder Industrieunfällen konzentriert.

Im Innovationsbereich „KI für Verwaltungsprozesse und Bürgerbeteiligung“ legt die Stadt Leipzig besonderen Wert auf Barrierefreiheit. Der KI-Chatbot MapChatAI soll Menschen mit Beeinträchtigungen dabei unterstützen, Karten einfacher zu nutzen und sich im Alltag besser zurechtzufinden.

Mit der Stadt Heiligenhaus wird zudem ein KI-System mit dem Namen ArchivAIr zur Digitalisierung von Bauakten erprobt, welches das Potenzial besitzt, Bauantragsverfahren erheblich zu beschleunigen.

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