Mittelstandsranking integriert Klimaindex XDC

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Klimaindex ergänzt Mittelstand 10.000: Das DDW-Ranking der wichtigsten deutschen Mittelstandsunternehmen wird ab seiner nächsten Version (Februar) als weiteren Scoringwert den Klimaindex XDC anlegen.

XDC ist eine wissenschaftsbasierte Klimametrik, die den Beitrag eines Unternehmens zur globalen Erderwärmung misst. Sie sagt für ein Unternehmen aus, um wie viel Grad Celsius sich die Erde bis 2050 erwärmen würde, wenn alle Unternehmen so emissionsintensiv bzw. -arm wirtschaften würden, wie das betrachtete Einzelunternehmen, eine Industriesparte oder ein Beteiligungsportfolio.

Hat ein Unternehmen beispielsweise eine XDC von 2,7, dann bedeutet das, dass sich die Erde nach Berechnungslogik der XDC um 2,7 °C erwärmen würde wenn alle Unternehmen so emissionsintensiv wirtschaften würden, wie das betrachtete. Erhoben und ermittelt wird der Wert durch das Frankfurter Wissenschafts-Startup right. based on science, ein Beratungsunternehmen und Datenprovider, das wirtschaftliche Akteure auf dem Weg in die 2 °C-Kompatibilität begleitet.

Weiterer Scoringwert zur Ermittlung der 10.000 wichtigsten Mittelständler

Der XDC-Wert ergänzt damit die insgesamt 16 Faktoren, mittels derer „Mittelstand 10.000“ deutsche Unternehmen in mehrheitlichem Familienunternehmerbesitz und bis zu einem Jahresumsatz von 1 Milliarde Euro bewertet und listet. Ziel des laufend aktualisierten Rankings ist die Ermittlung der wichtigsten Marktakteure des deutschen Mittelstands – und jener, die auf dem Weg sind, dies morgen zu sein.

Bislang wurden dazu Scoringwerte für Faktoren wie beispielsweise Umsatz, Mitarbeiterzahl, der F&E-Anteil, das Angebot dualer Studiengänge, das Alter des Unternehmens, bestehende ISO-Zertifizierungen, Hochschul- und Forschungskooperationen oder seine Internet-Auffindbarkeit (über den Sistrix-Index) erhoben. Der neue Klimaindexwert wird mit einer Gewichtung von 5 Prozent neu in die Bewertung einfließen.

right. based on science, Gesellschaftern Hannah Helmke und Dr. Sebastian Müller Mit der Erhebung der wissenschaftsbasierten Klimakennzahl XDC beantwortet das 2016 von Hannah Helmke und Dr. Sebastian Müller gegründete Unternehmen right. based on science Fragen unterschiedlicher Stakeholder zur Berücksichtigung von klimarelevanten Risiken in der Geschäftsentwicklung. Dazu wird ein wissenschaftsbasierter Ansatz angewendet, Klimametriken zu setzen, z. B. des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC). Jüngst gewann das Unternehmen den „Ideenwettbewerb Klimaschutz“ der Stadt Frankfurt 2017.

„Politische Sanktion des Klimaschutzes ist ein Faktum“

„Dass wir nunmehr auch einen Klimaindex-Wert berücksichtigen, bedeutet keine politische Aussage über die Klimadiskussion, noch über die Frage, welche Auswirkungen Maßnahmen zur Emissionsreduzierung auf deutscher oder gar Unternehmensebene auf das Weltklima haben könnten“, so DDW-Herausgeber Michael Oelmann. Wohl aber sei die politische Sanktion des Klimaschutzes ein Faktum, mit dem Unternehmen rechnen und das in die Bewertung eines Unternehmens einfließen müsse.

Klimaindex mißt die Emissionen, auf denen das Wirtschaften eines Unternehmens beruht

Erfasst werden für den XDC die Emissionen, auf denen das Wirtschaften eines Unternehmens beruht: die Emissionen aus dem eigenen Betrieb, die Emissionen aus der Erzeugung des eingekauften Stroms sowie die Emissionen aus der Lieferkette (XDC = Emissionen / Wertschöpfung x Klimaperformance). Da Einzelbewertungen für die Unternehmen erst sukzessive von right. based on science erhoben werden, wurden für das Mittelstandsranking zunächst Durchschnittswerte für über 70 Wirtschaftszweige zugrunde gelegt. Einzelbewertungen auf Basis veröffentlichter Geschäftsberichte und Einzelanalyse werden laufend ergänzt.

Unternehmen, die ihren eigenen XDC-Wert im Auftrag ermitteln lassen wollen, können sich an das Unternehmen right. based on science wenden. Die generelle Abstimmung der Unternehmenskennzahlen bzw. die Neuaufnahme in das Mittelstandsranking kann wie gewohnt über die DDW-Rankingredaktion erfolgen (beide Kontakte siehe unten).

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