7 Faktoren, die Leitwölfe erfolgreich machen

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Symbolhaft stehen Leitwolf und –wölfin für erfolgreiche Führung. Getreu dem Motto, dass noch kein Meister vom Himmel gefallen ist, werden sie nicht geboren. Gute Führende entwickeln sich erst im Verlauf ihrer Berufskarriere. Von Prof. Dr. Ulrike Detmers.

Gute Führende werden gefördert und gefordert, bringen charakterliche Stärken jedoch in der Regel mit. Die Stiftung der Deutschen Wirtschaft lässt beispielsweise bei der Auswahl von Stipendiaten für spätere Führungsstellen überprüfen, wer sich durch Menschlichkeit, soziale Kompetenz und charismatische Durchsetzungskraft auszeichnet. Was zeichnet eine Leitwölfin oder einen Leitwolf nun aus? Und was macht ihre oder seine Führung erfolgreich?

Fachliche Qualifikationen reichen nicht aus

Lidl und Aldi werben in Informationsmagazinen für sich als Arbeitgeber und ethisch-moralische Handelskonzerne, die gute Stundenlöhne über dem Mindestlohn zahlen. Lidl platziert einen fröhlich dreinblickenden Bäcker auf dem Cover. Es geht immer auch um Image-Werbung für den Arbeitgeber. Denn der Kampf um Talente ist auch im Handwerk längst Alltag. Darum ist gute Führung im Bäckerhandwerk ein wichtiges Mittel, um qualifizierte Fach- und Führungskräfte anzuziehen und zu binden. Eine `Leitwölfin` oder ein `Leitwolf` ist eine Führungskraft mit besonderen Eigenschaften. Sie genießt den Respekt und die Anerkennung von Anspruchsgruppen innerhalb und außerhalb des Leitungsbereichs. Innerhalb des Unternehmens bringen die Geführten, Anteilseigner und Arbeitnehmervertreter, ihr Anerkennung entgegen. Außerhalb des Unternehmens zollen unter anderem Kunden, Lieferanten sowie Repräsentanten der Kommune der Leitwölfin oder dem Leitwolf Respekt.

Doch was führt zur Entwicklung dieser Stellung? Kurz gesagt: Fach- und Persönlichkeitsautorität. Fachliche Leistungen allein reichen nicht aus, um hohes Ansehen zu erwerben. Sie sind aber die Voraussetzung für die Entwicklung zur respektierten Persönlichkeit. Lesen Sie, welche sieben Faktoren aus einer Führungskraft über Jahre eine Leitwölfin oder einen Leitwolf machen.

Faktor 1: Flexibilität und Einfühlungsvermögen

Leitende Frauen und Männer stehen dem lebenslangen Lernen offen gegenüber. Weiterbildungsbereitschaft ist für sie Voraussetzung für zeitgemäßes Management. Respektspersonen gehen mit der Zeit und tolerieren Veränderungen von Werten. So erhält das praktizierte Management nicht den Charakter eines Auslaufmodells. Denn merke: Aufgeschlossene Menschen für Vätermonate und Elternzeit sind keine Warmduscher und erfolgreiche Frauen keine Zicken.

Faktor 2: Teamfähigkeit

Leitende nutzen das kollektive Genie des Teams, um hervorragende Leistungsergebnisse zustande zu bringen. Das schafft ein starkes Wir- Gefühl, erlaubt Identifikation und bindet Arbeitskräfte. Gruppenmitglieder fühlen sich dank der Führungsperson zur Arbeitsgruppe und zum Unternehmen hingezogen.

Faktor 3: Fähigkeit zur Motivation

Die Leitwölfin oder der Leitwolf ist imstande, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in vertretbarem Umfang an Entscheidungen mitwirken zu lassen. Angst vor Autoritätsverlust und Untergrabung der Autorität haben sie nicht. Denn Spitzenfrauen und -männer sind menschlich wie fachlich überlegen und selbstsicher. Menschen ihrer Umgebung werden für ihre Leistungen gelobt und bei Fehlleistungen psychologisch taktisch kritisiert. Demütigungen werden vermieden.

Faktor 4: Kreativität

Nicht mehr nur die vorschriftsmäßige Aufgabenerledigung steht im Vordergrund, sondern die kreative Problemlösung. Freiräume dienen dazu, Neues auszuprobieren. Fehler werden akzeptiert und nicht gleich zum Anlass für negative Urteile genommen.

Faktor 5: Kommunikative Kompetenz

Informationen, die die Leitwölfin oder der Leitwolf übermittelt, sind sachlich und sehr gut verständlich. Die Anforderung wird konkret auf den Punkt gebracht. Diese Menschen können zuhören und auch dadurch ein Klima des Vertrauens und der Offenheit schaffen. Dank ihrer Überlegenheit können sie auch selbst eigene Fehler eingestehen. Sie suchen keine Sündenböcke.

Faktor 6: Konfliktmanagement

Zwischen streitenden Parteien vermitteln Leitwölfin und Leitwolf und legen den Streit bei. Bei latenten Unstimmigkeiten und Feindseligkeit tritt die Spitzenkraft die Flucht nach vorn an und schafft die Mediation. Für Innovationen und Veränderung fördert sie aber auch gezielt Meinungsverschiedenheit um Sachfragen. Sie hört die Argumentationen, bevor sie eine Entscheidung trifft.

Faktor 7: Ganzheitliches Denken

Spitzenleute arbeiten mit dem Verstand und denken in Kausalnetzen, um die Zukunft der Unternehmensführung planvoll zu gestalten. Sie blenden soziale Erscheinungen und Tendenzen nicht aus. Mit der Zeit gehen, lautet die Handlungsmaxime.

Fazit

Aus den genannten Faktoren ergibt sich: Der menschliche Reifegrad der Leitwölfin oder des Leitwolfs ist hoch. Die Person steht mitten im Leben, verfügt über ein hohes Selbstwertgefühl und ausgeprägte Selbstsicherheit. Das verschafft ihr die Kraft und Entspanntheit, (fast) jeder Situation gewachsen zu sein. Die starke Persönlichkeit genießt das Vertrauen ihrer Umgebung, das sie wiederum nutzt, um das ihr anvertraute Personal und das Unternehmen weiter zum Wachstum zu führen.

Prof. Dr. Ulrike Detmers ist Gesellschafterin, Mitglied der zentralen Unternehmensleitung und Sprecherin der Mestemacher-Gruppe Leitung Zentrales Markenmanagement und Social Marketing in Güterloh und Professorin für Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule Bielefeld. Sie ist in vielen Gremien und Kommissionen aktiv. Mehr von ihr auf  www.ulrike-detmers.de

 

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